Ortsbild: Zukunft der "ZauberGärten" ungewiss

Erstellt am 07. April 2018 | 04:32
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ZauberGarten
Die Zukunft der „ZauberGärten“ in Neusiedl am See ist fraglich. In der Stadtgemeinde möchte man dieses Jahr einen einheitlichen Blumenschmuck.
Foto: zVg
Stadtchefin Böhm will einheitlichen Blumenschmuck. „Zaubergärtner“ Stockinger möchte sich für seine Themengärten einsetzen.
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Das Ortsbild der Bezirkshauptstadt ist der Bevölkerung ein großes Anliegen. Das ist nicht nur aus Stammtisch-Gesprächen bekannt, sondern auch aus etlichen Ergebnissen verschiedenster Umfragen in der Stadt.

Für 2018 ist im Hinblick auf die Verschönerung des Ortsbildes einiges in der Stadtgemeinde geplant, ersichtlich auch im Budget 2018, wo 10.000 Euro für Blumenschmuck veranschlagt wurden.

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In Arbeit. Bürgermeisterin Elisabeth Böhm will ein nachhaltiges und finanzierbares Konzept präsentieren.
Foto: zVg

„Es ist geplant, dass die Grünflächen unserer Stadt in einem einheitlichen Gesamtbild mit schönen Blumen und Sträuchern bepflanzt werden“, berichtet Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ). Es werde derzeit ein Gesamtkonzept erstellt, in dem teils blühende und vor allem aber winterharte Pflanzen berücksichtigt werden sollen. „Damit wir ein schönes gepflegtes Ortsbild bekommen, ist es sehr wichtig, Pflanzen zu wählen, die pflegeleicht sind“, ist sich die Ortschefin bewusst.

Dass es gar nicht so leicht ist, geeignete Pflanzen für die Neusiedler Innenstadt zu finden, weiß Wolf Stockinger aus eigener Erfahrung. Mit seinen „ZauberGärten“ prägte er in den vergangenen Jahren ehrenamtlich das Ortsbild. Eine Neubepflanzung der vielen Beete - von der Bezirkshauptmannschaft zum Bezirksgericht rund 60 an der Zahl - sei extrem schwierig.

Pflanzen in der Sonnenfalle

„Es handelt sich bei allen Beeten um Sonder- und Extremstandorte: Exponiert in voller Sonne, die stets zunehmende Hitze wird von allen Seiten durch Gebäude reflektiert. Daher liegen viele Beete in einer sogenannten „Sonnenfalle“, erklärt Stockinger. Dazu komme, dass die meisten Beete zu klein und von jeweils einem Baum verwurzelt seien und im Winter viele Pflanzen durch Streusalz zerstört worden seien. Eine dauerhafte - noch dazu immer blühende - Bepflanzung sei kaum möglich.

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Wolfgang Strockinger setzt auf Beete, die nach verschiedenen Themen bepflanzt werden.
Foto: BVZ, zVg

Gemeinsam mit Anrainern hat Wolf Stockinger in den vergangenen Jahren einige dieser Beete zu kleinen „Themengärten“ gemacht und gepflegt. Ob es für sie eine Zukunft gibt, ist noch nicht geklärt, denn die Anrainer haben von der Gemeinde einen Brief bekommen, in dem sie gebeten wurden, die Pflanzen zu entfernen, um Platz für eine einheitliche Begrünung zu schaffen.

Stockinger, der für seinen „ZauberGarten“, 2007 mit dem Burgenländischen Umweltpreis ausgezeichnet wurde, gibt sich allerdings optimistisch, denn: „Keine andere Gemeinde hat ähnliche Themengärten. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt. Gäste und Touristen bewundern immer wieder unsere Oase in der Unteren Hauptstraße.“ Allerdings: „Nur im Miteinander, in ehrlicher Zusammenarbeit- können wir sowohl unsere charakteristischen, als auch neue Gärten erhalten“, appelliert Stockinger.

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