Photovoltaik: Dächer analysiert

Energie Burgenland präsentierte Potenzialanalyse. Vize-Bürgermeister Halbritter verließ Treffen vorzeitig.

Birgit Böhm-Ritter
Birgit Böhm-Ritter Erstellt am 07. August 2021 | 06:17
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Runder Tisch. Stephan Sharma (Energie Burgenland), FPÖ-Gemeinderat Herbert Denk, Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ), Grüne-Gemeinderätin Andrea Reiss-Kiss, SPÖ-Stadtrat Heinz Zitz und Thomas Prachar (Energie Burgenland)
Foto: Stadtgemeinde Neusiedl am See

Trotz eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses vor den Sommerferien bleibt das Thema Photovoltaik in der Stadtgemeinde heiß. Einen runden Tisch, zu dem Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) die Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen einlud, verließ Vize-Bürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) schon nach wenigen Minuten.

Aber der Reihe nach: In der Gemeinderatssitzung von 24. Juni einigten sich die Fraktionen, eine Potenzialanalyse aller Neusiedler Dachflächen für Photovoltaikanlagen machen zu lassen, bevor dass Freiflächen-Projekt weiter vorangetrieben wird. Diese Analyse sollte nun durch Energie Burgenland Vorstand Stephan Sharma im Rahmen eines Runden Tisches präsentiert werden.

Der erste Fauxpas für Halbritter: „Der Projektwerber nimmt selber die Evaluierung vor. Ich hätte mir vorgestellt, dass die Gemeinde ein neutrales Unternehmen, damit beauftragt“, erklärt Halbritter gegenüber der BVZ, „wir wollen uns objektiv informieren lassen.“ Darüber hinaus entspreche das Treffen im „kleinen Kämmerlein“ nicht der in der Gemeinderatssitzung besprochenen Transparenz gegenüber der Bevölkerung. Weder ein Protokoll, noch eine Tonaufnahme noch die Herausgabe der Unterlagen der Power Point Präsentation seien ihm zugesagt worden: „Da habe ich die Sitzung verlassen.“

Aus der Analyse der Energie Burgenland ging jedenfalls hervor , dass es in Neusiedl am See ein theoretisches Potenzial von rund 13 Megawatt Peak aus 1.942 Dachflächenanlagen gibt. Das realisierbare Potenzial werde allerdings geringer eingeschätzt, da die Errichtung von PV-Anlagen am Dach in der Entscheidung des Einzelnen liege. In der Präsentation wurden weitere Ausbaupotenziale im Bereich Supermärkte aufgezeigt. Weiters wurden alle gemeindeeigenen Gebäude evaluiert. In einem weiteren Schritt soll die technische Umsetzbarkeit geklärt und möglichst viele Gemeindegebäude mit PV-Anlagen bestückt werden.

Laut Bürgermeisterin Elisabeth Böhm wird es einen Informationstag für die Bevölkerung geben: „Wir werden so gemeinsam einen wesentlichen Beitrag zum Klimawandel leisten können.“