Stadt kauft Haus am Kanal. Für das „Lichtscheidl-Haus“ samt 4.000 Quadratmeter großem Grundstück werden 145.000 Euro investiert.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 28. Dezember 2018 (04:38)
Böhm-Ritter
Kaufobjekt. Das Haus liegt an einem strategisch wichtigen Knotenpunkt zwischen Innenstadt und Schul- und Sportzentrum.

In den vergangenen Jahren hat die Stadtgemeinde aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt im Rahmen der Konsolidierung immer wieder Eigentum verkauft. In der Gemeinderatssitzung von Ende November wurde erstmals wieder ein Ankauf beschlossen. Für den Kauf des sogenannten „Lichtscheidl-Hauses“ mit seinem 4.091 Quadratmeter großen Grundstück gab es die Zustimmung aller Fraktionen.

145.000 Euro wird die Stadtgemeinde dafür an die Eigentümerin bezahlen. Das Haus befindet sich gegenüber der Handelsakademie neben dem Radweg, der zur Csarda führt, direkt an jenem Kanal, der See mit Stadtzentrum verbindet.

Grundstück in strategischer Lage

Gefragt, ob das Grundstück mit dem Hintergedanken, doch einmal das Projekt „Stadthafen“ umzusetzen, gekauft wird, bleibt Bürgermeisterin Elisabeth Böhm in ihrer Antwort noch zurückhaltend: Es sei einer der schönsten Plätze in der Stadt direkt am Radweg. In dem für 2019 budgetierten Stadtentwicklungskonzept sollen die Möglichkeiten der Grundstücksnutzung aufgezeigt werden.

Vizebürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) zeigt sich über den Kauf sehr erfreut. Es sei wichtig, dass die Stadtgemeinde dieses Grundstück kauft. „Das ist strategisch extrem notwendig.“ Einerseits könnten Parkplatze für Sport- und Schulzentrum geschaffen werden, andererseits könnte das „Stadthafen“-Projekt wieder zum Leben erweckt werden.

Schon 2008 berichtete die BVZ von einem ambitionierten Projekt, das seitdem seiner Umsetzung aus finanziellen Gründen harrt: Ursprünglich als EU-Projekt zum Thema Mobilität in sensiblen Bereichen konzipiert, sollte der 2008 geschaffene Bootskanal die Erreichbarkeit des Stadtzentrums und der Seezone mittels nachhaltiger und umweltorientierter Mobilitätsformen verbessern.

In einer nächsten Ausbaustufe sollte ein Hafenbecken ausgebaggert werden, welches als Anlegestelle für einen Bootsshuttledienst zwischen dem Hafen und dem Seebereich dienen und Touristen per Solarboot zum See bringen sollte. So der Plan. Bis heute wurde dieser nicht umgesetzt, abgesehen von dem ausgebaggerten Bootskanal mit einer Länge von 540 Metern. Dieser reicht vom Anschluss an den bestehenden Kanal beim Hallenbad bis zur Bahnlinie (Station Seebad), die direkt neben dem Radweg verläuft.