Stadt verkauft Haus zum zweiten Mal. Die Stadtgemeinde will das ehemalige Feuerwehrhaus verkaufen. Der Erlös ist zweckgebunden.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 10. Juli 2021 (05:18)

Die Stadtgemeinde verkauft eine ihrer Immobilien. Der Gemeinderat hat mit den Stimmen der SPÖ, Grünen und FPÖ den Verkauf des sogenannten Öden Hauses mehrheitlich beschlossen. In dem Haus war ursprünglich die Neusiedler Feuerwehr stationiert. Seit vielen Jahren ist ein Geschäftslokal im Erdgeschoss des Gebäudes an Küchendesign Breuer vermietet. Die Wohnungen im Obergeschoss standen zuletzt leer.

Nun wurde ein Grundsatzbeschluss über den Verkauf des Hauses gefasst. Die Stimmen der ÖVP-Gemeinderäte gab es dafür nicht. Diese hätten eine schrittweise Sanierung des Hauses bevorzugt. „Wir haben einen großen Bedarf an Sozialwohnungen in Neusiedl. Man könnte das Haus stufenweise sanieren und Wohnungen vermieten“, meinte Vizebürgermeister Thomas Halbritter in der Gemeinderatssitzung. Einer Sanierung kann Bürgermeisterin Elisabeth Böhm aber nichts abgewinnen. Diese sei für die Stadtgemeinde in einer Konsolidierung schlicht zu teuer: „Laut Schätzgutachten liegen die Kosten für eine einfache Sanierung bei rund 630.000 Euro.“

Mit dem mehrheitlich gefassten Beschluss steht nun allerdings fest, dass die Stadtgemeinde das Öde Haus nun bereits zum zweiten Mal verkaufen wird. Um Sanierungs- und Umbauarbeiten finanzieren zu können, wurde das Haus bereits 2002 an die Immorent um rund 300.000 Euro verkauft. Ein Finanzierungsmodell, denn das Gebäude wurde inklusive der Kosten des Umbaus über Jahre hinweg wieder zurückgeleast, mit einem Wert von 533.422 Euro.

„Ein Verlustgeschäft“, kritisierte Stadtrat Heinz Zitz in der Gemeinderatssitzung und bezweifelte die Wirtschaftskompetenz der damaligen ÖVP-Stadtführung. Die jährlichen Leasingraten seien höher gewesen als die Mieteinnahmen.

Ein endgültiger Verkauf des Hauses war immer wieder im Gespräch. Auch 2015 diskutierte der Gemeinderat darüber. „Damals hat man Verkehrswertgutachten der Gemeindegebäude Triftgasse 1 und Ödes Haus eingeholt und sich entschieden, vorerst das Haus Triftgasse 1 zu veräußern“, blickt Bürgermeisterin Böhm zurück.

Erlös: Grundstück für neue Volksschule

Auf Wunsch des Grünen Gemeinderats Hannes Linhart hat man sich darauf geeinigt, den Erlös aus dem Immobilien-Verkauf zweckgebunden für den Ankauf eines Grundstückes für die Errichtung einer Volksschule zu verwenden.

„Dass eine neue Volksschule gebaut werden soll, wurde aber schon viel früher im Rahmen der Machbarkeitsstudie über Standorte für den neuen Kindergarten, eine Neuerrichtung der Volksschule und der Zentralmusikschule mit allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen vereinbart“, beschreibt Böhm gegenüber der BVZ und erklärt auch, warum das restliche Grundstück beim neuen vierten Kindergarten dafür nicht infrage komme: „Laut vorliegender Berechnungen von Experten brauchen wir für eine neue Volksschule – eventuell inklusive Zentralmusikschule – eine Fläche von 10.000 bis 15.000 Quadratmeter, weshalb auch das aktuelle Grundstück der Volksschule Am Tabor mit rund 7.000 Quadratmetern in Hanglage nicht ausreichend ist. Das Restgrundstück beim Bahnhof, wo der 4. Kindergarten gebaut wird, weist nur eine Fläche von rund 4.000 Quadratmetern auf.“