Tourismusbranche: Mit „blauem Auge“ davon gekommen. Nach dem erfolgreichen Burgenland Bonusticket folgt nun ein Winter Bonusticket für alle Österreicher.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 24. Oktober 2020 (04:55)
Hoch über den Dächern des Vila Vita-Feriendorfes. Nationalratsabgeordneter Maximilian Köllner (SPÖ), Vila Vita Generaldirektor Bert Jandl und Landtagsabgeordneter Kilian Brandstätter (SPÖ).
Böhm-Ritter

Die Tourismusbranche im Bezirk Neusiedl am See ist überraschend gut durch den Corona-sommer gekommen. Einer der Bausteine dieses Erfolges war das Bonusticket des Landes, sozusagen ein Gutschein für Burgenländer, die drei Tage oder mehr Urlaub im eigenen Land gemacht haben. Nun hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) die Ausweitung des Bonustickets angekündigt. Die Aktion hätte ursprünglich am 31. Oktober enden sollen, wird nun aber mit dem Winter Bonusticket von November 2020 bis Jänner 2021 fortgesetzt. Ab November erhalten alle österreichischen Urlauber vom Land Burgenland auf ihren Burgenlandurlaub eine Gutschrift von 75 Euro auf ihre Rechnung direkt im Beherbergungsbetrieb.

Die Ausweitung des Bonustickets findet bei Touristikern lobende Worte. „Das ist ein Top-Angebot für die schwierige Winterzeit“, sagt Bert Jandl, Generaldirektor Vila Vita Pannonia. Vor allem die angebundene Stornoversicherung sei ein toller Mehrwert für Gäste. Im Falle einer Corona-Erkrankung, einer behördlich angeordneten Quarantäne vor Reiseantritt oder bei einer Ansteckung am Urlaubsort werden die Stornokosten für Urlauber zur Gänze übernommen. „Das gibt Gästen und Betrieben nicht nur die nötige Sicherheit in der aktuell herausfordernden Zeit, sondern ist auch ein einzigartiger USP für die Vermarktung von Urlaub im Burgenland“, ist auch Klaus Hofmann, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) und Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen überzeugt.

Bei einem Gespräch mit der BVZ weisen Landtagsabgeordneter Kilian Brandstätter und Nationalratsabgeordneter Maximilian Köllner (beide SPÖ) auf die Bedeutung der Tourismusbranche in Burgenland und Österreich hin: „Man darf die Synergieeffekte für die Wirtschaft nicht vergessen. Durch ein Plus bei den Nächtigungen wird die Wertschöpfung angekurbelt. Es profitieren nicht nur Beherbergungsbetriebe, sondern auch die regionalen Wirtschaftsbetriebe und Dienstleister“, betont Brandstätter.

Die Tourismusgemeinden im Bezirk konnten durchwegs ein Plus an Nächtigungen verzeichnen. In Neusiedl am See stiegen die Übernachtungen im August etwa um 36,5 Prozent, in Illmitz und Podersdorf auf hohem Niveau um 11,3 beziehungsweise 5,1 Prozent. „Durch den guten Sommer sind wir bisher mit einem ‚blauen Auge‘ davon gekommen“, sagt Bert Jandl. Auch viele Gäste aus Westösterreich hätten das Burgenland für sich entdeckt.

Trotz der guten Zahlen bleibt die Jubelstimmung aber gedämpft. Selbst die Vila Vita Pannonia werde heuer einen Verlust von fünf bis sechs Millionen Euro haben, so Jandl.

Für Klein- und Mittelbetriebe könnte die Situation existenzbedrohend werden, sollte es noch einmal zu einem Lockdown kommen.