Neusiedl am See

Erstellt am 12. September 2018, 09:51

von Birgit Böhm-Ritter

Unimog versus Traktor: ÖVP-Antrag abgelehnt. Der ÖVP-Antrag auf Anschaffung eines Kommunaltraktors, unter anderem für den Winterdienst, wurde abgelehnt.

Neusiedls Bauhof besitzt im Vergleich zu anderen burgenländischen Bezirkshauptstädten mit 19 Fahrzeugen einen relativ kleinen Fuhrpark. Die Mitarbeiter setzen deshalb auf Qualität und wollen als Ersatz für einen defekten Unimog keinen Traktor.  |  Böhm-Ritter

Es war eine Blitzgemeinderatssitzung. Nach nur zehn Minuten konnte die Sitzung wieder geschlossen werden. Auf der Tagesordnung stand vergangene Woche nur ein Tagesordnungspunkt: der Antrag der ÖVP auf den Kauf eines Kommunaltraktors. Der Antrag wurde mit den Stimmen der SPÖ, der FPÖ, den Grünen und der parteilosen Gemeinderätin Maria Nakovits mehrheitlich abgelehnt. Die Grünen begründeten ihre Ablehnung mit dem Fehlen eines mittelfristigen Finanzplanes.

Im Rahmen eines runden Tisches lud Bürgermeisterin Böhm Vertreter der Fraktionen einige Tage zuvor in den Bauhof. Die beiden Bauhofleiter Christian Harrer und Thomas Preis präsentierten die vorhanden Fahrzeuge, darunter auch die beiden Unimogs, von denen einer veraltet ist und ausgetauscht werden soll. Die Bauhofleiter stellten die Vor- und Nachteile eines Unimogs sowie eines Kommunaltraktors gegenüber. Ihre Präferenz gilt, sowie jene der SPÖ, klar dem Universal-Motor-Gerät (Unimog) von Mercedes.

Der Ankauf so eines Fahrzeuges sei für die Stadtgemeinde allerdings mit 238.000 Euro zu teuer, so die Stadt-ÖVP, die sich um eine kostengünstigere Alternative umgesehen hat und diese im Kommunaltraktor gefunden zu haben, glaubt. Vizebürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) spricht von einer Ersparnis zwischen 80.000 und 100.000 Euro.

Sparkurs: ÖVP vermisst Konsequenz

Einberufen wurde die Gemeinderatssitzung aufgrund eines Antrages der ÖVP. Dies ist nach der Burgenländischen Gemeindeordnung möglich, wenn mehr als ein Viertel der Gemeinderäte eine Sitzung verlangen. In so einem Fall muss der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin innerhalb von zwei Wochen eine Sitzung abhalten.

Dementsprechend enttäuscht zeigte sich Vizebürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) über das Abstimmungsergebnis. „Ich finde es sehr schade. Im Sinne einer sparsamen Gemeindeverwaltung wäre der Kommunaltraktor ein sinnvolles Fahrzeug gewesen. Klar, der Unimog ist ein Spitzenfahrzeug, aber ich bin der Meinung, die Stadt kommt mit einem aus.“

Seit etwa 14 Jahren verfügen die Bauhof-Mitarbeiter über zwei Unimogs. Ein Fahrzeug ist allerdings defekt, eine Reparatur unwirtschaftlich. Die Bauhofleitung habe festgestellt, dass der Kommunaltraktor ein gutes Fahrzeug für Gemeinden sei, die Stadt aber ohnehin zwei Traktoren im Fuhrpark habe. Einen Unimog könne ein Traktor nicht ersetzen, heißt es aus dem Rathaus.

Halbritter vermisst einen konsequenten Sparkurs bei der SPÖ. „Bei der Asphaltierung der Windmühlgasse sind der SPÖ 7500 Euro für eine zweite Asphaltlage zu viel, einen teuren Unimog kann sich die Stadt aber leisten“, kritisiert der ÖVP-Mandatar.

Böhm: "Sicherer als der Traktor"

Ortschefin Böhm sieht in der Finanzierung kein Problem. Mit einer monatlichen Leasingrate von rund 3.500 Euro sei der Unimog aus dem laufenden Budget bedienbar. „Das Fahrzeug ist laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit sicherer als der Traktor, der Fahrer hat einen besseren Ausblick, der Unimog verfügt über eine Ladefläche und er hat ein größeres Fassungsvermögen, was beim Salzstreuen im Winter ein Vorteil ist. Man darf nicht vergessen, dass das Einsatzgebiet immer größer wird“, so Böhm.

Ob die Stadtgemeinde nach der Ablehnung des Kommunaltraktors einen Unimog ankaufen wird, soll bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 3. Oktober beschlossen werden.