Viel Anerkennung für wissenschaftliche Arbeit. Mit Nikolaus Gartner, Manuel Dachs und Martin Pieber wurden drei Neusiedler ausgezeichnet.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 23. Oktober 2019 (04:11)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Gleich drei Neusiedler durften vergangenen Donnerstag über Auszeichnungen der Kulturabteilung des Landes Burgenland jubeln. Nikolaus Gartner, Martin Pieber und Manuel Dachs konnten mit ihren wissenschaftlichen beziehungsweise vorwissenschaftlichen Arbeiten bei der Jury punkten.

Eine besondere Ehre wurde dem 31-jährigen Architekten Nikolaus Gartner zuteil. Er erhielt den Fred Sinowatz-Wissenschaftspreis für sein Werk „Schilfschneiden. Strategie zum baulich-architektonischen Umgang mit dem Schilfgürtel des Neusiedler Sees“, in dem der Autor die Frage nach dem baulich-architektonisch richtigen Umgang mit dem Schilfgürtel des Neusiedler Sees stellt.

Die Juroren Susanne Schmall, Erich Schneller und Günther Stefanits begründeten ihre Wahl so: „Klar gegliedert gibt der Autor Aufschluss über die kulturgeschichtliche Entwicklung, über Maßnahmen, die zur Formung dieses Natur- und Kulturraumes – im Speziellen zu der des Schilfgürtels – führten, bis zu gegenwärtigen Problemen, die mit einer gesteigerten Bautätigkeit einhergehen. Die einzelnen Untersuchungsfelder, wie etwa der räumliche Bezug zum Ort, die Gebäude- und Siedlungstypologien oder touristisch genutzte Flächen werden durch grafische Darstellungen veranschaulicht und fotografisch dokumentiert.“

Schicksal jüdischer Familie beleuchtet

Martin Pieber wurden mit einem Anerkennungspreis für sein Werk „Die jüdische Familie Wallenstein-Benkö“ ausgezeichnet. Zwei Jahre lang hat er sich auf Spurensuche begeben und sich mit dem Schicksal der Neusiedler Familie auseinandergesetzt. Der Neusiedler Autor und Lehrer Martin Pieber tauchte während seiner Recherchen tief in die Familiengeschichte ein, arbeitete sich durch „ein ganzes Konvolut an Dokumenten“ und sprach mit den Kindern und Enkelkindern des verfolgten Juden Emmerich Benkö.

Jüngster Preisträger im Trio der ausgezeichneten Neusiedler ist Manuel Dachs. Der 19-Jährige hat im Frühjahr am Neusiedler Gymnasium maturiert und dafür eine vorwissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „Humanitäre Hilfe im Bezirk Neusiedl am See: Ein Vergleich der Ungarnkrise 1956 mit der Flüchtlingskrise 2015“ geschrieben, für die er nun den „Young science“-Preis erhielt.

Motiviert durch diese Anerkennung sagte er im Anschluss an die Preisverleihung: „Wenn man sich mit einem Thema beschäftigt, das einem wirklich interessiert, ist das ein sehr cooler Ansporn, um das noch weiter zu betreiben.“