Weihnachtsgeschäft: Händler abwartend. Die Textilbranche hofft in Neusiedl am See auf die Wiederholung der Vorjahresumsätze. Die Online-Konkurrenz wächst.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 23. November 2018 (05:00)
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Neusiedls Gewerbetreibende hoffen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Laut einer Umfrage der KMU Forschung Austria werden die Burgenländer heuer durchschnittlich rund 360 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben.
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Kommenden Samstag, am 24. November, starten in einigen Geschäften der Stadt bereits die langen Einkaufssamstage für das Weihnachtsgeschäft. Das Gros der Gewerbetreibenden steigt aber am 1. Dezember mit dem ersten Adventwochenende in die verlängerten Shoppingsamstage ein. Der Einzelhandel zeigt sich abwartend, was das Weihnachtsgeschäft bringen wird.

„Es ist schwierig abzuschätzen, wie das Weihnachtsgeschäft heuer laufen wird. Wir müssen froh sein, wenn wir den Umsatz des Vorjahres wiederholen können“, sagt Silvia Rittsteuer, die eine Palmers-Filiale in der Stadt führt. Auch Hans Jürgen Gstettner, Eigentümer von Mens Fashion, orientiert sich am Vorjahr: „Läuft es wie 2017, dann passt das.“ Er gehört zu jenen, die schon kommenden Samstag länger offen halten wollen. Im Fashion Outlet in Parndorf sei auch schon das Weihnachtsgeschäft im Gange, begründet er seine Entscheidung. Auch am Marienfeiertag, am 8. Dezember, hält er offen.

„Schon seit Jahren. Aber man muss ein Schnäppchen bieten, sonst hat es keinen Sinn. Für heuer werde ich mir noch eine Überraschung überlegen“, verrät er. Über den Wintereinbruch ist Gstettner froh. Der kurble das Geschäft an. Männer würden sich erst eine Winterjacke kaufen, wenn es schneit, schmunzelt er. In die gleiche Kerbe schlägt Ulli Lang vom Schuhhaus Lang. Das Winterwetter bringt Weihnachtsstimmung und animiere zum Einkaufen. Sorgen bereitet ihr der immer stärker werdende Online-Handel: „Für die Jugend ist das sicher die Zukunft“, glaubt Lang. Auch Silvia Rittsteuer spricht von einer großen Konkurrenz: „Jeder kauft auch im Online-Handel. Es ist ja schließlich sehr bequem“.

Konkurrenz aus dem Internet

Noch werden allerdings viele Geschenke traditionell im Geschäft gekauft. Laut einer Umfrage der KMU Forschung Austria holen 45 Prozent der Burgenländer allerdings vorab Informationen zu Weihnachtsgeschenken im Internet ein. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich wieder ein Anstieg.

33 Prozent planen heuer ihre Weihnachtspräsente auch - nicht ausschließlich - via Internet zu kaufen. Damit steigt der Anteil der Online-Einkäufer beim Geschenkeeinkauf gegenüber dem Vorjahr wieder an. „Somit wird jedes siebte Weihnachtsgeschenk der Burgenländer heuer via Internet gekauft, beziehungsweise werden 6 von 7 Weihnachtspräsenten nach wie vor im Geschäft gekauft“, resümiert Andrea Gottweis, Obfrau der Sparte Handel im Burgenland.

Vom Online-Handel profitieren würden jedenfalls große Handelsketten und Konzerne, glaubt Hans Jürgen Gstettner. Er gehörte eigentlich zu den Pionieren, was Online-Handel betrifft. „Ich hatte schon einen Online-Shop, noch bevor die Großen auf den Zug aufgesprungen sind. Vor 15 Jahren habe ich begonnen. Anfangs hat es noch gut funktioniert. Als die großen Marken dann ihre Online-Shops aufgezogen haben, war es wie abgedreht.“ Heute würde ein Online-Shop nur mehr funktionieren, wenn man etwas Einzigartiges bieten könne.

Konkurrenz aus dem Internet verspürt Julia Wallner nicht. Die Junior-Chefin der Street One-Filiale in Neusiedl am See und von „Die Schuhboutique“ weiß, wie man auch in einer digitalisierten Welt mit einem traditionellen Geschäft punkten kann: „Mit perfekter Präsentation der Ware und ehrlicher Beratung. Dafür kommen unsere Kunden sogar extra von Wien nach Neusiedl.“