Neues Buch: Hundert Wörter Burgenländisch

Der Leiter der Burgenländischen Landesbibliothek, Jakob Michael Perschy, stellte sein neuestes Werk auf der „Buch Wien“ vor.

Erstellt am 19. November 2021 | 06:42
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Jakob Michael Perschy stellte auf der Messe „Buch Wien“ sein neuestes Buch mit dem Titel „Hundert Wörter Burgenländisch“ vor - der Name ist Programm! Foto: Zwinger
Foto: BVZ

Am 11. November, dem burgenländischen Landesfeiertag, präsentierte der studierte Philologe und Leiter der Burgenländischen Landesbibliothek, Jakob Michael Perschy, anlässlich des hundertsten Geburtstags des Burgenlandes sein neuestes Buch „Hundert Wörter Burgenländisch“.

„Warum nur der halbe Mantel?“

Gleich zu Beginn seines Gesprächs mit Ö1-Moderator Martin Haidinger klärt der Neusiedler auch gleich zur Feier des Tages die uralte Frage: „Warum hat der Heilige Martin seinen Mantel eigentlich geteilt und nicht gleich zur Gänze dem armen Bettler geschenkt?“

Die Antwort darauf ist so kurios wie pragmatisch: „Weil der Mantel des Heiligen Martin, der zu dieser Zeit römischer Offizier war, wie damals üblich nur zur Hälfte ihm und zur anderen Hälfte dem Imperium Romanum gehörte. Es war für seine Zeitgenossen also nur ein weiteres Zeichen seiner moralischen Integrität, dass er nur das herschenkte, was ihm auch selbst gehörte.“

Man merkt also schon zu Beginn, Perschy hat sich ausführlich mit der Geschichte des Burgenlandes befasst.

In seinem neuen Buch zieht er hundert Dialektbegriffe heran und leitet sie her. Daneben kommentiert er sie und gibt oftmals humoristische Beispiele für ihre Verwendung an.

Ein Rundbrief durchs Burgenland mit Folgen

Als Anstoß für das Projekt diente ein Rundbrief an burgenländische Gemeinden mit der Bitte, ihre zehn typischsten Mundartbegriffe zurückzusenden. Aus einer Vielzahl an Zusendungen wählte Perschy schließlich seine persönlichen Favoriten aus und erweiterte die Liste schließlich noch um „besonders hintergründige und eigenartige oder fast schon vergessene Ausdrücke“.

Ganz gemäß seiner Herkunft mit je einem Elternteil aus Halbturn und einem aus Weiden am See ist auch die Auswahl der Dialektwörter für das Buch nordburgenländisch geprägt. Bei der Präsentation ging Perschy zusammen mit Ö1-Moderator Martin Haidinger einigen besonderen Schmankerln unter den hundert Wörtern auf den Grund.

Darunter etwa der „Buijaza“, also ein „Bajazzo, eine närrisch gekleidete Person“, das „Wuri“ für Akkordeon oder Ziehharmonika oder auch das allseits beliebte und universal gebrauchte „eppa“. Das Burgenländertum liebt das Konjunktivistische - ist „eppa“ vielleicht sogar, wie von den Freunden Perschys im Buch ausgeführt wird, das burgenländischste aller burgenländischen Wörter? Eppa. Vielleicht.