Wirbel um volle Züge. Beschwerde von Pendlerin: Züge nach Wien sind in der letzten Schulwoche wegen Exkursionen überfüllt.

Von Paul Haider. Erstellt am 04. Juli 2018 (06:45)
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Geduldsprobe auf Schiene. Pendlerin beschwert sich: Züge von Neusiedl nach Wien sind in der letzten Schulwoche wegen Exkursionen über ihre Kapazitäten besetzt.
 
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Die letzte Schulwoche ist eine beliebte Zeit für Exkursionen. So war es auch wieder in der Vorwoche: Viele Neusiedler Bildungseinrichtungen feierten den Schulschluss mit einem Ausflug in die Bundeshauptstadt Wien.

Was für Kinder und Lehrer eine willkommene und spannende Abwechslung vom Schulalltag darstellt, wird für manche Pendler zur Belastung. Die BVZ erreichte ein Schreiben einer Pendlerin (Name der Redaktion bekannt), die sich über überfüllte Züge beschwerte. Darin heißt es etwa: „Seit Montag scheint das gesamte Nordburgenland seine Schüler inklusive Lehrer nach Wien zu schicken. Das Ergebnis sind total überfüllte Züge. Am 25. Juni war der Zug mit Abfahrt um 9.01 Uhr von Neusiedl komplett voll. Ich musste bis Wien stehen, zusteigen war ab Bruck praktisch nicht mehr möglich. Ich frage mich, muss das sein, dass Schulen völlig unkoordiniert ihre Ausflüge planen - besonders, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel benützen. Ich finde das rücksichts- und gedankenlos und sehr ärgerlich.“

Zitz: „Schulen entscheiden autonom“

Die BVZ hat Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz zu der Beschwerde der Pendlerin befragt, die auch an ihn adressiert war. Zitz erklärte: „Schulen sind per Gesetz autonom in ihren Entscheidungen, wann sie mit den Kindern Ausflüge unternehmen, deshalb greift der Landesschulrat Burgenland sicher nicht in die autonomen Planungen der Schulen ein“.

Auch vonseiten der ÖBB sieht man kaum Möglichkeiten, der Problematik entgegenzuwirken. Darauf angesprochen, ob es möglich wäre, zusätzliche Zuggarnituren zu kritischen Zeiten einzusetzen oder die Ausflüge mit den Schulen zu koordinieren, ließ ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif wissen: „Wir könnten Kapazitäten nur dann erhöhen, wenn wir einerseits die entsprechenden Anmeldungen, sowie andererseits die betrieblichen Möglichkeiten wie zusätzliches Wagenmaterial hätten, um darauf dann auch reagieren zu können. Da die Schulklassen großteils aber mit dem Top-Jugendticket fahren, können Verstärkungen nicht ohne Kenntnisse über etwaiges, verstärktes Reiseaufkommen, ohne Zeitangaben und Anzahl der Reisenden geplant werden“.