Fünf Fords gestohlen: Vier Jahre Haft für Haupttäter. Ungarische Autodiebe überbrückten mit elektronischem Tool die Wegfahrsperre. Vier Jahre Haft für Haupttäter.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 11. August 2019 (06:07)
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Symbolbild

Warum sich die beiden ungarischen Autodiebe im Alter von 41 und 42 Jahren ausgerechnet auf Fahrzeuge der Marke Ford spezialisiert hatten, konnte vorige Woche vor Gericht nicht geklärt werden.

Die Angeklagten beschuldigten sich gegenseitig, Drahtzieher der Diebstahlserie gewesen zu sein, die am 22. Jänner 2019 mit einem Autodiebstahl in Parndorf begonnen und mit der Verhaftung der Männer am 29. Mai 2019 nach einem Autodiebstahl in Gramatneusiedl endete.

Unter den Opfern sind auch Autobesitzer aus dem Bezirk Eisenstadt. Vier Autos verschwanden spurlos, einmal scheiterten die Diebe beim Versuch, das Auto in Betrieb zu nehmen, das zuletzt gestohlene Auto wurde der Besitzerin wieder ausgefolgt.

Jene vier Autobesitzer, deren Fahrzeuge nach Ungarn entführt worden waren, bekamen noch zusätzlich Ärger: Die ungarische Behörde schickte ihnen Strafen wegen Fahrens ohne Vignette auf einer ungarischen Autobahn.

Opfer bekamen Anzeige aus Ungarn

Die Autobesitzer wurden aufgefordert, jeweils 130 Euro zu bezahlen.

Zum Knacken der Türschlösser verwendeten die Autodiebe eine Schere. Die Wegfahrsperre wurde dann mit einem Tool überbrückt, wie es in Autowerkstätten beim Service verwendet wird, um eine Verbindung von der Fahrzeugelektronik zum Computer herzustellen.

Der 41-jährige Angeklagte gab zu, die Autos aufgebrochen und gestartet zu haben. Über die Grenze seien sie von seinem Komplizen gebracht worden.

Dieser sei der Auftraggeber gewesen, behauptete der Jüngere. Der 42-Jährige bestritt dies. Sein Freund habe die Taten geplant.

Die Kriminalpolizei hatte im Februar Park&Ride Anlagen observiert, um den Tätern auf die Spur zu kommen.

In Kooperation mit den ungarischen Behörden gelang es, die Verdächtigen zu identifizieren. Nach dem Autodiebstahl in Gramatneusiedl Ende Mai konnten die Täter schließlich verhaftet werden.

Der 41-jährige, in Ungarn massiv vorbestrafte Angeklagte wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, sein ebenfalls vorbestrafter Komplize zu 20 Monaten Haft.

Der Schöffensenat sei, so Richterin Doris Halper-Praunias, davon ausgegangen, dass der 42-Jährige eine untergeordnete Rolle gespielt habe.