Sanierung in Windmühlgasse: „Gefahr in Verzug“

Die Bewohner fordern eine rasche Fahrbahnsanierung und klagen bereits über viele gefährliche Situationen.

Birgit Böhm-Ritter
Birgit Böhm-Ritter Erstellt am 26. Juli 2018 | 05:00
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eVezweifelt. Neusiedls Anrainer der Windmühlgasse weisen auf eines der vielen Schlaglöcher hin. „Es herrscht Gefahr in Verzug, die Stellen müssen markiert werden“, so der gemeinsame Tenor: Eva Steindl, Arnold Vogl, Gerlinde Halbritter, Christoph Gogl, Johannes und Marianne Leine
Foto: BBR

Anrainer der Windmühlgasse in Neusiedl am See steigen auf die Barrikaden: Die Straße sei in so schlechtem Zustand, dass bereits Gefahr im Verzug herrsche.

Durch mehrere Grabungsarbeiten und erhöhten LKW-Verkehr zu einem neu aufgeschlossenen Wohngebiet am Kalvarienberg ist die Fahrbahn in den vergangenen Jahren mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Saniert wurde die Straße, die sich zur Hälfte auf Neusiedler und zur anderen Hälfte auf Weidener Gemeindegebiet befindet, bis dato nicht. Jetzt steht eine Sanierung zwar am Straßenbauplan der beiden Gemeinden, der Start der Bauarbeiten könnte sich aber verzögern.

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In der Neusiedler Gemeinderatssitzung am 8. Juli wurde über das Angebot der Firma Porr, die nach einer gemeinsamen Ausschreibung als Bestbieter hervorgegangen ist, zustimmend abgestimmt. Allerdings seien noch einige Fragen offen, hieß es von der ÖVP und den Grünen. Alle Fraktionen einigten sich, das Angebot noch einmal zu prüfen.

Diskutiert wurden die Höhe der Gemeinkosten (Baustelleneinrichtung) sowie die angebotene Sanierungsweise. Vor allem der Vergleich mit dem Anbot für die Weidener Seite machte VP-Gemeinderat Günter Kolar stutzig: „Ich verstehe nicht, warum die Gemeinkosten für die Weidener Seite nur zehn Prozent der Gesamtkosten ausmachen, in Neusiedl aber 30 Prozent.“ Darüber hinaus sei die Sanierung der Neusiedler Straßenhälfte mit einem einschichtigen Aufbau geplant, die Weidener Seite dagegen mit einem zweischichtigen Aufbau.

Bürgermeisterin Elisabeth Böhm gab zu bedenken, dass die Neusiedler Finanzsituation nur einen einschichtigen Straßenaufbau zulasse. Ob ein unterschiedlicher Aufbau ein und derselben Straße technisch überhaupt sinnvoll beziehungsweise möglich ist, soll geprüft werden.
Alexandra Fischbach, Grüne, merkte bei ihrer letzten Gemeinderatssitzung vor ihrem Rücktritt (die BVZ berichtete) an, dass es nicht zielführend wäre, jetzt zu sparen, wenn die Straße in zwei Jahren durch eine unsachgemäße Sanierung wieder kaputt wäre.

Nur Sanierung, keine Neugestaltung

Für Vizebürgermeister Thomas Halbritter, der mit seinem Ziviltechnikerbüro Bichler & Kolbe das gesamte Straßenbauprojekt mit mehreren Straßen in Weiden am See betreut, kann es nur eine gemeinsame Fahrbahn mit ein- und demselben Unterbau geben: „Alles andere wäre nicht zielführend. Da muss man sich zusammenraufen.“ Das weiß auch Ortschefin Böhm. Auf Nachfrage der BVZ, weist sie noch einmal darauf hin, dass es keine große Neugestaltung der Windmühlgasse geben kann, weil es die finanzielle Lage nicht zulässt.

Was den Unterbau der Straße betrifft, lenkt sie allerdings ein. „Wenn die Weidener zwei Lagen bekommen, machen wir das auch. Der Kostenunterschied liegt bei etwa 7000 Euro. Das ist machbar.“ Nun heißt es allerdings abwarten, was auf Weidener Seite geplant wird, bevor es zum Baubeginn kommen kann. „Wir werden noch eine Bürgerversammlung machen und die Weidener Anrainer in die Neugestaltung der Grenzgasse einbeziehen. Es geht um die Frage, ob ein Parkstreifen erwünscht ist oder nicht“, erklärt Weidens Bürgermeister Willi Schwartz (ÖVP).

Eine Bürgerversammlung würden sich auch die Neusiedler wünschen. Bürgermeisterin Elisabeth Böhm sieht dafür keine Notwendigkeit: „Wir können ohnehin keine große Neugestaltung der Windmühlgasse machen, sondern nur die Fahrbahn sanieren. Ich hoffe, dass wir im Herbst beginnen können.“

Für die Anrainer drängt die Zeit jedenfalls, sie berichten von vielen Gefahrensituationen durch die großen Schlaglöcher und sogar von Steinschlägen, die Fensterscheiben zerbrachen.