Janoskas neues Buch als „Hommage an meine Familie“. Die Neusiedler Autorin Katharina Janoska präsentiert ihr neues Buch „KriegsROMAn“, in dem sie sich mit ihrer ungewöhnlichen Familiengeschichte auseinandersetzt.

Von Paul Haider. Erstellt am 23. November 2019 (06:39)
Die Neusiedler Autorin Katharina Janoska.
Paul Haider

„Meine Geschichte wird immer jene meiner Familie sein, man ist immer Teil von etwas Größerem. Oft sind es die unbedeutenden, kleinen Dinge, die das Leben verändern und letztendlich zu dem führen, was heute ist.“ – Mit diesen Worten leitet Katharina Janoska ihr neuestes Werk „KriegsROMAn“ ein.
Geschichten von Krieg, Flucht und Familie

In ihrem dritten Buch bringt die Neusiedler Autorin ihre Herkunft und Familiengeschichte zu Papier: Der „KriegsROMAn“ erzählt auf 235 Seiten von den Schicksalen zweier grundverschiedener Familien und wie diese, durch die Verkettung zufälliger Ereignisse, zueinandergefunden haben.

Das Werk der 31-Jährigen beruht zum größten Teil auf Aufzeichnungen und Erzählungen ihrer Familienmitglieder. Lücken in der Geschichte füllt sie mit ihren eigenen, fiktiven, Vorstellungen davon, was gewesen sein könnte. Das Ergebnis ist ein kurzweiliges Leseerlebnis, das einen Bogen von der Vorkriegszeit bis zur Gegenwart schließt.

Der BVZ hat Katharina Janoska verraten, wie die Idee für ihren „KriegsROMAn“ geboren wurde: „Die Idee ist schon sehr früh entstanden, wobei mir damals noch nicht klar war, dass einmal ein Buch daraus wird. Als ich als Kind bei Familienfeiern dabei war, sind oft Geschichten über meinen Großvater väterlicherseits erzählt worden, der schon mit 55 Jahren gestorben ist. Später hat mir meine Mutter erzählt, dass ihr Vater ein Kriegstagebuch geführt hat.“

„Die Idee ist schon sehr früh entstanden, wobei mir damals noch nicht klar war, dass einmal ein Buch daraus wird.“Geschichten vom Großvater bei Familienfeiern waren die Initialzündung für Katharina Janoskas „KriegsROMAn“

Den turbulenten Jahren des Zweiten Weltkrieges werden mehrere Kapitel im „KriegsROMAn“ gewidmet. Zwei der Hauptakteure darin sind Katharina Janoskas Großväter. Der eine, Tiroler Patriot und NSDAP-Parteimitglied, der andere Berufsmusiker aus einer Roma-Familie in Bratislava. Beide haben im Zweiten Weltkrieg für das Nazi-Regime gekämpft. Tagebucheinträge des Tiroler Großvaters aus den Kriegsjahren bilden ein Herzstück von Janoskas Buch.

Ein weiteres großes Thema im „KriegsROMAn“ ist, wie der Name schon nahelegt, die Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Roma von Janoskas Familie auf väterlicher Seite. Die Geschichte beginnt mit der Geburt des Urgroßvaters 1913 in Ungarn.

Bis heute hält sich in der Familie das Gerücht, dass dessen Vater Jude gewesen sein soll – was nie wirklich geklärt wurde. Katharina Janoska liefert in ihrem Buch eine mögliche Erklärung: Der Herkunft des Urgroßvaters widmet sie ein fiktives Kapitel.

„Aus tiefer Dankbarkeit geschrieben“

Auch die spannende Fluchtgeschichte der Großeltern samt Kindern findet sich im „KriegsROMAn“ wieder: 1972 schmuggelt Ferry Janoska seine Familie in einem umgebauten Auto-Benzintank in zwei Fahrten von der damaligen Tschechoslowakei ins Burgenland. Die Autorin schildert die Umstände der Flucht in all ihren unglaublichen Details und zieht auch Parallelen zu den Fluchtbewegungen im Jahr 2015.

Worum es ihr bei dem „KriegsROMAn“ geht, fasst Katharina Janoska folgendermaßen zusammen: „Es ist eine Hommage an meine Familie. Ich habe das Buch aus einer ganz tiefliegenden Dankbarkeit ihnen allen gegenüber geschrieben. Ich bin ihnen dankbar, dass sie auf beiden Seiten immer wieder Mut, Rückgrat und Charakter bewiesen haben. Sonst würde es mich ja gar nicht geben.“