Entscheidung um Denkmalschutz erneut verschoben. Aufgrund des Terroranschlags in Wien wurde die Verhandlung um den Denkmalschutz für das Hallenbad Dienstagfrüh abgesagt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 05. November 2020 (04:54)
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In der Warteschleife. Die Zukunft des Neusiedler Hallenbades ist weiterhin ungewiss: Für die Entscheidung über den Denkmalschutz muss ein neuer Gerichtstermin angesetzt werden.
BBR

Wie sich die Sanierung des derzeit gesperrten Neusiedler Hallenbades künftig gestalten wird, bleibt weiterhin unklar.

Eine für Dienstag angesetzte Verhandlung am Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hätte die Causa um einen möglichen Denkmalschutz einen Schritt weiterbringen sollen. Nun wurde die Gerichtsverhandlung allerdings zum zweiten Mal verschoben.

Bürgerinitiativen, die sich für den Erhalt des Bades aussprechen, befürchteten bereits bei der Bekanntgabe des zweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie eine Verschiebung. Wegen der ohnehin sehr strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen am Bundesverwaltungsgericht hielt man dort allerdings am Termin vorerst fest.

Zur neuerlichen Absage kam es erst Dienstagfrüh. Das Bundesverwaltungsgericht liegt im 3. Wiener Gemeindebezirk, nur unweit von der Wiener Innenstadt entfernt, wo am Montagabend ein Terroranschlag verübt wurde.

Noch am Dienstag war die Bundeshauptstadt in einem Ausnahmezustand, an eine Verhandlung am Bundesverwaltungsgericht war verständlicherweise nicht zu denken.

Stadt will DenkmalSchutz abwenden

In der Verhandlung sollte entschieden werden, ob das Hallenbad unter Denkmalschutz gestellt wird. Der Neusiedler Gemeinderat hat bereits im Juli 2019 eine Beschwerde gegen einen dementsprechenden Bescheid des Bundesdenkmalamtes erhoben.

Die Stadtgemeinde will aus Kostengründen einen Denkmalschutz für das Hallenbad abwenden.

Für die längst fällige Sanierung des Bades heißt es nun weiterhin warten.

Ein detailliertes Finanzierungs- und Sanierungskonzept könne erst erstellt werden, wenn klar sei, welche Voraussetzungen herrschten, so lauteten wiederholt die Stellungnahmen der politischen Verantwortlichen in der Stadt sowie in der Landesregierung. Die Verhandlung am BVwG könnte nun Ende November nachgeholt werden.

Unterdessen machen Bürgerinitiativen lautstark auf die große Bedeutung des Bades für die Region aufmerksam und erhalten dafür enorme Aufmerksamkeit.

Ein Video der Kindergruppe S.O.S Hallenbad, in dem der selbstkomponierte Song „Wir wollen schwimmen“ präsentiert wurde, erreichte auf den Internet-Plattformen der Initiative „Rettet das Hallenbad“ und der Schwimmunion Neusiedl am See innerhalb von zehn Tagen in Summe rund 35.000 Personen und wurde etwa 18.000 Mal aufgerufen.

„Diese Zahlen geben den Initiativen einen enormen Rückhalt und zeigen die große Bedeutung, die das Hallenbad für das sportliche und soziale Leben in der Region hat“, betont auch Hans Christian Gettinger, Obmann der Schwimmunion Neusiedl am See (SUNS).

Der Zuspruch aus der Bevölkerung nach der Video-Veröffentlichung sei überwältigend, so Initiatorin Laura Tschida: „Unser Projekt war eine wunderbare gemeinsame Aktion von Kindern, Eltern und Mitgliedern der Schwimmunion.“ Sie spüre, dass nun wieder Schwung in die Diskussion um das Hallenbad komme.