Neuer Direktor für den Nationalpark. Johannes Ehrenfeldner tritt am 1. April Nachfolge von Kurt Kirchberger an - Flächenerweiterung, Managementplan und 25-jähriges Nationalparkjubiläum als Aufgaben

Von Redaktion, APA. Erstellt am 28. März 2017 (11:44)
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Johannes Ehrenfeldner ist ab 1. April neuer Direktor des Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel. Er tritt damit die Nachfolge von Kurt Kirchberger an, der die Leitung seit den Anfängen innehatte. Als wichtige Aufgaben nannte der neue Nationalparkchef bei seiner Präsentation am Dienstag in Eisenstadt die Flächenerweiterung, den neuen Managementplan und das 25-jährige Nationalparkjubiläum 2018.

Eine der größten Herausforderungen seien die Besitzverhältnisse, die in der mitteleuropäischen Nationalparklandschaft eine Einzigartigkeit darstellten, erläuterte Ehrenfeldner. Während es in anderen Nationalparks zwei, drei Grundbesitzer gebe, seien es beim Nationalpark Neusiedler See rund 1.300.

Der Nationalpark sei "ein großer Motor für die regionale Entwicklung". Was die anstehenden Aufgaben betreffe, gelte es etwa, die geplante Flächenerweiterung um 100 bis 150 Hektar abzuwickeln. Zudem sei ein Managementplan zu erstellen. Beides zusammen soll in eine Überarbeitung des Nationalparkgesetzes einfließen.

Das vor zwei Jahren baulich generalsanierte Nationalpark-Informationszentrum will der neue Direktor mit virtuellen Räumen und einem selbst erklärenden Besucherbereich "noch attraktiver" machen. Geplant sei auch, den landwirtschaftlichen Betrieb zu adaptieren, um ihn mehr für Schüler und Besucher anderer Zielgruppen zu öffnen. Eine große Aufgabe stehe 2018 mit dem Jubiläum "25 Jahre Nationalpark Neusiedler See Seewinkel" bevor.

Ehrenfeldner habe sich beim Hearing eindeutig durchgesetzt, stellte Landesrat Helmut Bieler (SPÖ), Vorstandsvorsitzender der Nationalparkgesellschaft, fest. Der neue Direktor hat eine Lehre als Zimmerer absolviert und danach im zweiten Bildungsweg an der Universität für Bodenkultur in Wien Forstwirtschaft studiert.

Von 2004 bis 2006 war er stellvertretender Fachbereichsleiter für Umweltbildung im Nationalpark Gesäuse. Seit 2013 war Ehrenfeldner im Landwirtschaftsministerium in der Abteilung I/8 - Nationalpark, Natur- und Artenschutz tätig. Der gebürtige Niederösterreicher, der lange Zeit im Salzkammergut lebte, zählt Vogelkunde zu seinen Hobbys.

Die Aufgaben des Nationalparks seien sehr vielfältig. Sie reichten vom Bildungsauftrag und dem damit verbundenen Angebot für die Besucher bis zur Bedeutung für den Arbeitsmarkt, den Tourismus und die Landwirtschaft, erläuterte Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ). Im Nationalpark gibt es derzeit 28 Vollzeit- und zwei Teilzeitbeschäftigte. Dazu kommen 35 freie Mitarbeiter und zwölf externe Experten, die mit Forschungs- und Monitoringprojekten betraut sind.

Etwa 50 landwirtschaftliche Familienbetriebe seien ins Flächenmanagement des Nationalparks miteinbezogen. Rund 300 Tourismusbetriebe - von Unterkünften über Bootsverleihe bis zum Heurigen - hätten einen engeren Bezug zum Besucherangebot. Das seit 1996 eingerichtete Nationalpark-Informationszentrum in Illmitz sei zu einer wichtigen Anlauf- und Auskunftsstelle für Besucher aus mittlerweile aller Welt geworden, sagte Eisenkopf.