Gerhard Zapfl ist seit 25 Jahren Bürgermeister

SPÖ-Kommunalpolitiker Gerhard Zapfl ist seit 6. Dezember 1996 Bürgermeister der Grenzgemeinde Nickelsdorf. Mit der BVZ sprach er über seine Anfänge und die Wahl 2022.

Erstellt am 27. Februar 2021 | 04:55
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Alt-Bürgermeister Gerhard Jocham mit Gattin Grete und Gerhard Zapfl mit „seiner“ Karin. „Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich möchte ihr Danke sagen, dass sie mich immer unterstützt hat. Und auch ihr Engagement in Vereinen sowie der Politik möchte ich hier hervorheben“, findet Gerhard Zapfl rührende Worte.
Foto: zVg

Ein Vierteljahrhundert ist er bereits im Amt, und er hat auch noch nicht vor zu gehen - die Rede ist von Gerhard Zapfl, seit 25 Jahren Bürgermeister von Nickelsdorf. Mit der BVZ sprach der auch heute noch überaus engagierte Ortschef über seine beruflichen und politischen Anfänge, die größten Herausforderungen der letzten 25 Jahre sowie seine Pläne für die Zukunft.

Nach seiner Matura an der HTL Mödling war Gerhard Zapfl in seinen jungen Jahren in verschiedenen Firmen tätig - und das auch im Ausland. In Jordanien zum Beispiel bekam er die Möglichkeit, die Projektleitung und so große Verantwortung zu übernehmen. „Da habe ich wirklich viel gelernt. Das war eine sehr prägende Zeit für mich“, schwelgt Zapfl in Erinnerungen. 1991 machte er sich mit seiner eigenen Montagefirma selbstständig. 1992 trat er in den Gemeinderat in Nickelsdorf ein. „Von da an bin ich immer mehr in die Politik hineingewachsen. 1996 wurde ich schließlich Bürgermeister und 2003 Obmann des Wasserleitungsverbandes“, so der 61-Jährige.

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„Flüchtlingswelle war große Herausforderung“

Im Laufe der Zeit war Nickelsdorf als Grenzgemeinde immer wieder mit herausfordernden Situationen konfrontiert. Das Jahr 2015 wird Gerhard Zapfl immer in Erinnerung bleiben. Es war das Jahr der großen Flüchtlingswelle: „Wir waren plötzlich und unmittelbar davon betroffen, was natürlich eine gewisse Spannung in der Bevölkerung bedeutete. Man wusste damals nicht, wie es weitergehen wird, wie sich die Menschen verhalten werden usw. Es war wirklich keine leichte Situation für uns als Gemeinde. Und deswegen bin ich so dankbar und auch stolz, dass uns das so gut gelungen ist und auch der Frieden bewahrt werden konnte. Es wurde nicht überdramatisiert, sondern man hat es gemeinsam gut überstanden“, freut sich der Ortschef. Im Nachhinein betrachtet sei es zwar eine Mammut-Aufgabe gewesen, er sei aber auch sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben und vor allem daraus gelernt zu haben. „Denn Krisen können wir Nickelsdorfer seither bestens managen, das war auch jetzt in der Corona-Pandemie Gold wert“, reflektiert Zapfl.

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Gerhard Zapfl.
zVg

Die wichtigsten Aspekte, um als Bürgermeister sowohl politische als auch soziale Ziele zu erreichen, seien unter anderem, seine eigene Linie zu fahren, sich treu zu bleiben, den Frieden untereinander und den gegenseitigen Respekt zu bewahren, auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist - „und nicht zu vergessen das Quäntchen Humor, das alles ein bisschen leichter macht“, schmunzelt der lebensfrohe 61-Jährige.

Auf die Frage, ob er sich noch einmal der Wahl stellen werde, antwortet der Ortschef prompt: „Ja, ich werde 2022 noch einmal antreten. Sollte ich wiedergewählt werden, habe ich vor, 2026 das Amt vorzeitig zu übergeben. Auch ich kam durch diese Regelung ins Amt und dieses Jahr war für mich sehr wichtig, um in die neue Funktion hineinzuwachsen. Und das möchte ich auch meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin ermöglichen.“