Corona-Lockerungen: Neusiedl wird lebendiger

Mit den Lockerungen im Handel zieht langsam wieder Leben in Neusiedl ein. Normalität wird sich noch lange nicht einstellen.

Erstellt am 23. April 2020 | 05:21
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Wie leergefegt. Ein seltenes Bild bot sich Montag Mittag auf der Hauptstraße. In Neusiedl am See war deutlich weniger Verkehr als gewohnt.
Foto: Böhm-Ritter

Mit der Öffnung des Handels in der Vorwoche ist in der Stadt wieder Leben eingekehrt. Zumindest auf den Straßen, der Verkehr hat sichtlich zugenommen. Positiv für Autofahrer: Die Kurzparkzone bleibt vorerst noch außer Kraft. Laut Bürgermeisterin Elisabeth Böhm bis 4. Mai.

Auch Baustellen wurden im ganzen Land wieder hochgefahren. In Neusiedl am See startete am Montag ein lang geplantes Straßenbauprojekt am Hirschfeldspitz. Unter anderem soll ein Kreisverkehr im Bereich des Supermarkts Lidl und des Autohauses Weintritt die Verkehrssituation entschärfen.

Der Start der Bauarbeiten hat am Montagmorgen gleich zu den ersten Staus geführt. Ein schon ungewohntes Bild. Mit Beginn der Ausgangsbeschränkungen, die die Bundesregierung zur Eindämmung des Coronavirus Mitte März erlassen hatte, prägten leere Straßen das Stadtbild.

Spielplätze bleiben gesperrt

Lockerungen gibt es auch im Seebad. Dieses ist nun geöffnet für all jene, die ihren Wohnsitz in einem Umkreis von 15 Kilometern haben (siehe Seite 4). Was dort allerdings immer noch nicht erlaubt ist: Kinder dürfen den Spielplatz im Strandbad nicht benützen und auch alle anderen Spielplätze bleiben vorerst geschlossen.

„Es gilt immer noch das Verbot des Betretens von Spielplätzen. Da die Bundesregierung nunmehr an schrittweisen Lockerungen arbeitet, ist davon auszugehen, dass diese auch in diesem Bereich getroffen werden. Ich könnte mir eine Öffnung der Spielplätze unter gewissen Voraussetzungen ab 1. Mai vorstellen“, sagt Elisabeth Böhm.

Von Normalität ist das Stadtleben also noch weit entfernt, schließlich gelten immer noch Ausgangsbeschränkungen, Abstandhalten ist Pflicht und Mund-Nasen-Schutz prägt das Bild in Handel und Gastro. Und wahrscheinlich auch die nächste Gemeinderatssitzung, die erste dieses Jahres. Sie wird voraussichtlich im Mai stattfinden. Der mögliche Ablauf dieser Sitzung wurde am Mittwoch – nach Redaktionsschluss – mit allen Parteienvertretern bei einem „Runden Tisch“ unter besonderen Hygienemaßnahmen und Abstand besprochen.

Im Rathaus gibt es weiterhin keinen Parteienverkehr. Alle Abteilungen seien aber täglich besetzt, so Böhm. Telefonisch und per E-Mail würden die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger entgegengenommen und abgearbeitet. „Wie zum Beispiel unser Einkaufsservice für Personen der Risikogruppen“, betont die Stadtchefin. Verhandlungen und Besprechungen würden derzeit keine stattfinden.

In den Schulen und Kindergärten werden immer noch sehr wenige Kinder betreut, nur langsam nutzen mehr Eltern das Betreuungsangebot. Am Montag waren es immerhin insgesamt 13 Kinder in den drei Neusiedler Kindergärten. „Die anwesenden Pädagoginnen und Helferinnen tragen Mund-Nasen-Schutz“, betont Böhm.

Auf die Frage, was momentan die größten Herausforderungen für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister seien, antwortet Böhm: „Eine große Herausforderung ist es, die Fülle an Informationen und Maßnahmen möglichst schnell der Bevölkerung nahezubringen.“ Täglich gebe es neue Informationen, Verordnungen und Erlässe, manche Menschen seien verunsichert. Hier gelte es, Ruhe zu bewahren, zu beruhigen und Mut zu machen.