Neusiedl sucht Lösung für neue Tennishalle. Die OSG kauft die alte Halle. Wie die Stadt zu einer neuen Halle kommt, darüber sind sich die Fraktionen uneinig.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 03. Juli 2019 (05:43)
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Die Tennishalle in den Seegärten geht in den Besitz der OSG über. Sollte es technisch möglich sein, will die OSG im kommenden Winter noch einen Spielbetrieb ermöglichen, bevor die Halle abgerissen wird.
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Nun ist es fix: Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) kauft die Tennishalle. Ein dementsprechender Optionsvertrag ist mit Ende Juni abgelaufen. „Wir haben die Option gezogen“, bestätigt OSG-Geschäftsführer Alfred Kollar gegenüber der BVZ. Der Kaufvertrag mit dem Eigentümer sei bereits erstellt und werde in den nächsten Tagen unterschrieben.

Geht es nach den Plänen der OSG, so soll die Halle abgerissen werden und Reihen- und Doppelhäuser auf dem Grundstück in den Seegärten entstehen ( die BVZ berichtete, siehe hier und unten). Eine dementsprechende Widmung besitzt das Grundstück allerdings nicht.

Für das geplante Bauvorhaben müsste das Grundstück vom Gemeinderat erst einmal von Bauland Fremdenverkehr in Bauland Wohnen umgewidmet werden. Dieser könnte sich mit einer Umwidmung allerdings noch Zeit lassen. Derzeit ringt der Gemeinderat nämlich um eine Lösung für eine neue Tennishalle, wobei dafür auch der derzeitige Standort im Gespräch ist.

Fraktionen einig: „Wollen Tennishalle“

Bei der Gemeinderatssitzung vor einer Woche brachte die ÖVP einen Antrag auf einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer Tennishalle durch die Stadtgemeinde Neusiedl am See und Bestellung eines Planungs- und Bauausschusses ein. Vorstellbar sei etwa eine Zusammenarbeit mit einer Wohnbaugenossenschaft, die als Bauträger fungiere und den Bau der Tennishalle vorfinanziere. „Ich bin der Meinung, dass es Gemeindeaufgabe ist, Sportinfrastruktur zur Verfügung zu stellen“, betont Vize-Bürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP).

Eine Zustimmung erhielt die ÖVP nicht, die SPÖ konterte mit einem Gegenantrag, der von Grüne, FPÖ und der parteifreien Gemeinderätin Nakovits unterstützt wurde.

Auf Antrag folgte Gegenantrag

Demnach soll die Bürgermeisterin weitere Gespräche führen und eine für die Neusiedlerinnen und Neusiedler positive und leistbare Lösung bezüglich einer Errichtung einer Tennishalle anstreben. Der SPÖ-Gegenantrag wurde auf Anregung der Grünen dahingehend ergänzt, dass für die Stadtgemeinde keine Kosten anfallen dürfen und keine Haftungen übernommen werden sollen. Der Gegenantrag der SPÖ wurde – mit Ausnahme der ÖVP – von allen Fraktionen angenommen.

Angedacht ist, eine Tennishalle in Verbindung mit einem Beherbergungsbetrieb zu errichten. Auf BVZ-Anfrage, wie eine Finanzierung einer neuen Tennishalle aussehen könnte, ohne dass das Budget der Gemeinde belastet werde, äußert sich Bürgermeisterin Elisabeth Böhm nicht: „Über laufende Verhandlungen kann ich mich derzeit, vor einem verbindlichen Abschluss, nicht äußern.“

Die OSG würde sich einem gemeinsamen Projekt mit der Stadtgemeinde jedenfalls nicht verschließen: „Wir würden unser Konzept gerne vor allen politischen Fraktionen vorstellen“, wünscht sich Geschäftsführer Kollar. Er könne sich vorstellen, dass die OSG als Bauträger einen Tennishallen-Neubau vorfinanziere und die Stadtgemeinde monatlich Raten zurückzahle.“ Voraussetzung sei allerdings die Einigung des Gemeinderats auf einen geeigneten Standort.