OSG will Neusiedler Tennishalle kaufen

Die Siedlungsgenossenschaft möchte 40 Reihen- und Doppelhäuser errichten.

Erstellt am 27. Februar 2019 | 06:01
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Neusiedl am See OSG will Tennishalle kaufen
Das Aus des Tennis-Treffs Neusiedl scheint nun endgültig besiegelt zu sein. Die Betreiberfamilie Ortmann möchte die Tennishalle samt Gästezimmern und Gastronomie verkaufen. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) bekundet am Grundstück großes Interesse und hat bereits einen Optionsvertrag unterschrieben. Statt einer Tennishalle könnte zukünftig ein neues Wohngebiet mit 40 Reihen- und Doppelhäusern entstehen. Foto: Böhm-Ritter
Foto: Birgit Böhm-Ritter

Die Tennishalle steht vor dem Verkauf. Das bestätigte die Eigentümerfamilie auf Anfrage der BVZ. Seit Mitte Oktober ist der „Tennis-Treff“ für den Spielbetrieb geschlossen. Tennisfreunde und Tennisvereine der Stadt und der Umgebung müssen seitdem auf die umliegenden Hallen in Podersdorf, Breitenbrunn und Petronell ausweichen.

„Es kommen enorm viele Anfragen bei uns rein. Reihenhäuser könnten wir in Neusiedl drei oder vier Mal vergeben.“Alfred Kollar, OSG-Direktor

Laut Amir Cavuoto, der für die Eigentümer Helga und Johann Ortmann den Verkauf der Tennishalle abwickelt, ist ein erster Vertrag mit der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) bereits unterzeichnet. Für die Familie sei es nicht mehr möglich gewesen, die Tennishalle weiterzuführen, sagt er: „Einerseits weil es sich finanziell nicht rentiert, andererseits hat sich niemand gefunden, der die Halle weiterführen möchte.“ Ohne weitreichende Strukturen, Konzepte und Förderungen vom Bund sei es schwierig, Sportstätten zu erhalten. Das sehe man auch am Neusiedler Hallenbad, erklärt Cavuoto.

Anzeige

Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft zeigt jedenfalls großes Interesse am Grundstück. Ein Optionsvertrag für einen Kauf, befristet bis Ende Juni, wurde bereits unterzeichnet. Damit die OSG diesen einlöst, muss die Stadtgemeinde allerdings noch einige Vorarbeiten leisten. „Eine Umwidmung von Bauland Fremdenverkehr in Bauland Wohngebiet ist notwendig und Bebauungsrichtlinien müssen genehmigt werden“, erklärt OSG-Geschäftsführer Alfred Kollar. In ersten Gesprächen mit der Stadtgemeinde habe er bereits positive Signale vernommen.

Die Idee sei es, auf dem Grundstück insgesamt 40 Häuser zu errichten. Einerseits Reihenhäuser, andererseits Doppelhäuser, diese will man in Nachbarschaft der Einfamilienhäuser bauen. Anlagen mit Wohnungen seien auf diesem Grundstück nicht angedacht.

Das Interesse an Wohnraum in Neusiedl am See ist weiterhin ungebrochen. „Das ist die Wachstumsregion Österreichs, das ist für uns deutlich spürbar“, erklärt Kollar, „es kommen enorm viele Anfragen bei uns rein. Reihenhäuser könnten wir in Neusiedl drei oder vier Mal vergeben. Aber wir haben nichts mehr.“

Laufen Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde und der Verkauf der Tennishalle nach Plan, könnte zur Jahresmitte mit den Planungsarbeiten und dem Genehmigungsverfahren begonnen werden. Ziel sei es für die OSG, im März 2020 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Traglufthalle: Verein sucht Winterlösung

Unterdessen ist man beim Union Tennisclub (UTC) Neusiedl auf der Suche nach einer Lösung, um den winterlichen Spielbetrieb auch ohne Tennishalle in der Stadt aufrecht erhalten zu können. Das Winter-Jugendtraining wird heuer in der Tennishalle in Podersdorf absolviert.

Für die Zukunft gibt es allerdings die Idee, eine Traglufthalle über Freiluftplätze in Neusiedl zu errichten, um den Sport dort ganzjährig ausüben zu können. „Aus Platzgründen würden für so eine Option eher die Gemeindeplätze als die Vereinsplätze in Frage kommen“, weiß UTC-Obmann Torsten Aumüller zu berichten.

Sowohl Bürgermeisterin Böhm als auch Vizebürgermeister Halbritter hätten in ersten Gesprächen eine Befürwortung signalisiert. Ob sich der Tennisverein dem finanziellen Kraftakt gewachsen fühlt, wird sich allerdings erst weisen. „Wir haben uns bereits zwei gebrauchte Traglufthallen in Eisenstadt und in Wolfsberg in Kärnten angeschaut.

Mit einem Preis zwischen 15.000 und 25.000 Euro wäre ein Kauf zwar finanzierbar, das Rundherum – Energiekosten, Sommerlager, Infrastruktur mit Duschen, Einfriedung und elektronische Zugangskontrolle – ist aber sehr teuer.“ Eine Projektgruppe des UTC beschäftigt sich jedenfalls mit dem Thema und will in zwei Wochen eine Grobkalkulation im Vereinsvorstand besprechen.