Daheim in Kittsee

Gemeindeamt zieht ins Schloss, Ströck-Brot eröffnet im Ort, Gemeindewiese als Naherholungsgebiet geplant, Blumenwiesen auch 2022.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 00:00
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Foto: Schennet

Schule und Kindergarten: Bildung mit Herausforderung

Kittsee ist mit einer besonderen Situation konfrontiert: steigende Einwohnerzahlen und ein hoher Anteil an Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

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Schennet

Durch den starken Zuzug nach Kittsee in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren hat sich die allgemeine Situation in den Kittseer Bildungseinrichtungen grundlegend geändert. Vor allem slowakische Familien sorgen dafür, dass nicht nur die Kittseer Einwohnerzahl kontinuierlich steigt, sondern auch die Zahl der Kindergartenkinder und Schulkinder stetig wächst.

Das stellt Kindergarten und Schulen der Gemeinde vor ganz besondere Herausforderungen. So besuchen etwa 650 Kinder den Kittseer Kindergarten und die Kittseer Schulen. Bei einer Einwohnerzahl von rund 4.000 ist das beachtlich. Vor allem zuziehende Jungfamilien sind der Grund für diese hohe Zahl.

Stellvertretend für die Ausbildungsstätten erzählt Volksschuldirektorin Tanja Buchebner-Böhm über die Herausforderungen für ihr 18-köpfiges Lehrerteam, das gemeinsam 245 Schülerinnen und Schüler betreut: In der Volksschule Kittsee sind 80 Prozent der Volksschulkinder slowakischer Herkunft. Das bedeutet, dass für rund 195 Kinder Deutsch nicht die Muttersprache ist. Um den neuen Jung-Kittseern die bestmögliche Ausbildung bieten zu können, ist das Lehrerteam zusätzlich ausgebildet, um Deutsch als Zweitsprache unterrichten zu können. Der Unterricht für die Kinder wird mit zusätzlichen Deutschförderstunden ergänzt. In der ersten Schulstufe gibt es darüber hinaus eine eigene Deutsch-Förderklasse, die alle slowakischen Erstklässler besuchen, die entweder kaum oder gar nicht Deutsch sprechen können. Diesen wird dann im ersten Schuljahr die Sprache Deutsch so beigebracht, dass sie ab der zweiten Klasse direkt in den Regelunterricht wechseln können. Sogar nach bereits einem halben Jahr gibt es Schülerinnen und Schüler, die diesen Wechsel in die Regelklasse schaffen.

Direktorin Tanja Buchebner-Böhm ist sehr stolz, dass die Kittseer Volksschule ein sehr hohes Unterrichtsniveau bieten kann. Das liege vor allem auch daran, dass slowakische Eltern zu einem sehr hohen Teil besonders bildungsinteressiert seien und es ihnen wichtig sei, dass sich ihre Kinder in das österreichische Schulsystem integrieren. Nur der Platz im Kindergarten und den Schulen werde laufend enger, erzählt Direktorin Buchebner-Böhm.

War die Volksschule Kittsee vor zehn Jahren pro Schulstufe ein- oder zweiklassig, so werden derzeit pro Schulstufe schon drei Klassen unterrichtet, dazu kommt die Deutsch-Förderklasse. Der Gemeinde Kittsee ist die beengte Situation bewusst. Die Erweiterungen der Bildungseinrichtungen gehören zu den wichtigen Vorhaben der kommenden Jahre.

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