Bande öffnete mit „Pandora“ Autos: Mitglied verurteilt. Bulgare nach Einbruchsserie zu 24 Monaten Haft (acht unbedingt) verurteilt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 04. Juni 2019 (10:14)
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Elisabeth Kirchmeir

„Pandora“ – so habe man jenes Handfunkgerät genannt, mit dem im März 2018 im Outletcenter Parndorf Autos geöffnet wurden, sagte der 33-jährige Angeklagte am Dienstag, 4. Juni 2019, vor Richterin Karin Lückl am Landesgericht Eisenstadt.

Gemeinsam mit zwei Komplizen hatte er am 16., 17., 20. und 21. März 2018 Einbruchsdiebstähle in acht Fahrzeuge begangen. Gestohlen wurden Laptops, Tablets, Bargeld, Kreditkarten und andere Wertgegenstände im Gesamtwert von ca. 14.500 Euro.

Die Einbruchsdiebstähle wurden durchgehend in Autos mit ausländischen Kennzeichen begangen, zum Teil entdeckten die Besitzer erst auf der Rückreise, dass sie bestohlen worden waren.

Einer der Bulgaren konnte am 21. März 2018 vor Ort verhaftet werden. Dieser fünffach vorbestrafte und nicht geständige Mann wurde im September 2018 zu 20 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt verurteilt.

 Dritter Mann ist flüchtig

 Nach den beiden Mittätern wurde per internationalem Haftbefehl gefahndet. Am 2. April 2019 wurde er in seiner Heimat Bulgarien verhaftet und an Österreich ausgeliefert. Der dritte Mann ist weiterhin flüchtig.

„Die Autos wiesen keine Einbruchsspuren auf. Wie gelangten Sie hinein?“, wollte die Richterin wissen.

„Das Gerät Pandora nimmt beim Versperren das Codesignal auf. Man kann das Signal dann wieder abgeben und das Auto öffnen“, gab der Angeklagte Einblick in seine kriminelle Vorgangsweise.

Geöffnet werden können mit dem Gerät angeblich Autos unterschiedlicher Marken, darunter VW, Skoda, Kia und Toyota.

Den Störsender habe der bereits verurteilte 59-jährige Mittäter organisiert.

 Von Mittäter unter Druck gesetzt?

 Mitgemacht habe er, so der Angeklagte, weil ihn der 59-Jährige unter Druck gesetzt habe. „Ende 2017 hatte er mir 3000 Euro geliehen, im Februar sagte er, ich soll das Geld so schnell wie möglich zurückgeben“, sagte der 33-jährige Bulgare. Der 59-Jährige, den er als Drahtzieher schilderte, habe ihm gedroht, dass ihm etwas passieren werde, wenn er nicht zahlen könne.

„Diese Verantwortung hören wir jedes Mal. Immer ist der andere der Böse“, hielt Staatsanwalt Christian Petö der Schilderung des Angeklagten entgegen.

Er gehe davon aus, dass sich die drei Bulgaren zusammengetan hatten, um sich mit Autoeinbrüchen ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so der Staatsanwalt.

Das Urteil – 24 Monate Haft, davon acht Monate unbedingt – nahm der Angeklagte an. Der Staatsanwalt bat um Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.