Gemeinderätin verpasste seit zwei Jahren jede Sitzung

FPÖ-Mandatarin Michaela Strantz will der Aberkennung ihres Gemeinderatsmandats mit einem Rücktritt zuvorkommen.

Erstellt am 02. September 2021 | 05:53
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2017 holte Michaela Strantz, hier mit FP-Obmann Petschnig, das einzige Gemeinderatsmandat für die FPÖ. Nun will sie zurücktreten.
Foto: zVg

Der 5.000 Einwohner große Ort im Nordburgenland gehört wohl zu den dynamischsten Gemeinden Österreichs. Stillstand ist in Parndorf ein Fremdwort. Die rasante Entwicklung macht es notwendig, dass sich die Kommunalpolitiker besonders oft zu ihren Sitzungen treffen. Schreibt das Gesetz vor, dass ein Gemeinderat mindestens vier Mal im Jahr zusammentreten muss, so tagt das Gemeindegremium in Parndorf etwa ein Mal im Monat.

„Anfänglich hat sie sich noch korrekt entschuldigt, etwa mit einer beruflichen Verhinderung. Zuletzt hieß es nur mehr: ‚Ich komme nicht‘.“Bürgermeister Wolfgang Kovacs

Die umfangreichen Agenden machen die dichte Terminisierung der Gemeinderatssitzungen in Parndorf notwendig. Klar ist, dass die eine Mandatarin oder der andere Mandatar hier schon einmal eine Sitzung auslassen muss. In so einem Fall dürfen die Ersatzgemeinderäte einspringen.

Besonders viele „Fehlstunden“ weist allerdings die einzige FPÖ-Gemeinderätin Parndorfs auf. Laut Bürgermeister Wolfgang Kovacs hat Michaela Strantz seit knapp zwei Jahren keine Gemeinderatssitzungen mehr besucht. Auch ihr Ersatzgemeinderat, Gatte Anton, kam nie als Vertretung.

„Anfänglich hat sie sich noch korrekt entschuldigt, etwa mit einer beruflichen Verhinderung. Zuletzt hieß es nur mehr: ‚Ich komme nicht‘“, erzählt Kovacs. Aus diesem Grund hat der Ortschef nun die Gemeindeabteilung im Amt der Burgenländischen Landesregierung eingeschaltet. Diese überprüfe nun, ob die Gemeinderatssitzungen fristgerecht einberufen wurden. „Was sie natürlich sind“, betont Kovacs.

Als Konsequenz könnte die Gemeindeabteilung der FPÖ-Gemeinderätin das Mandat aberkennen.

Laut Michaela Strantz wird es dazu nicht mehr kommen. Im Gespräch mit der BVZ gibt sie bekannt, dass sich die FPÖ-Ortspartei gerade in einer Umstrukturierung befinde. Sie selbst und ihr Mann werden sich aus der Gemeindepolitik zurückziehen. Das sei schon länger klar, die Corona-Lockdowns hätten die Umstrukturierung aber in die Länge gezogen.

„Nun ist aber alles in die Wege geleitet. Ich hoffe, dass mein Nachfolger in vier bis fünf Wochen angelobt werden kann“, so Strantz. Als Grund für ihren Rücktritt und die verpassten Gemeinderatssitzungen gibt sie die zeitliche Unvereinbarkeit mit ihrem Beruf als Filialleiterin an.