Leistbares Bauland ist Mangelware. Die Gemeinde Parndorf will mit einem neuen örtlichen Entwicklungskonzept gegen explodierende Grundstückspreise vorgehen.

Von Paul Haider. Erstellt am 30. August 2020 (04:45)
BVZ Archiv

Der Traum von den eigenen vier Wänden rückt für viele junge Leute in Parndorf in immer weitere Ferne. Denn die Grundstückspreise kennen in der Boom-Gemeinde seit Jahren nur eine Richtung, und zwar steil nach oben.

Unter einem Quadratmeter-Preis von 250 Euro geht in Parndorf faktisch nichts mehr; so manches Grundstück soll auch schon für 400 Euro pro Quadratmeter den Besitzer gewechselt haben.

„Neue Wohngebietswidmungen wird es nur in Kooperation mit der Gemeinde geben.“ Bürgermeister Kovacs: Der Preisexplosion am Parndorfer Grundstücksmarkt soll ein Riegel vorgeschoben werden.

Die Gemeinde Parndorf selbst verfügt schon seit Langem über keinerlei Bauflächen mehr. Sämtliche noch unbebaute Grundstücke im Ortsgebiet befinden sich in Privatbesitz.

Die derzeit üblichen Preise seien für junge Menschen aus dem Ort oft unerschwinglich, beklagt Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) im Gespräch mit der BVZ: „Ich verstehe den privaten Grundbesitzer. An wen er verkauft, ist eine Frage des Preises. Leider sind es meistens nicht die jungen Leute aus Parndorf.“

Der Parndorfer Gemeinderat plant nun die Aufstellung eines örtlichen Entwicklungskonzeptes, mit dem unter anderem auch neue Bauflächen geschaffen werden könnten, die auch für die Jugend von Parndorf wieder erschwinglich sind.

Der Bürgermeister erläutert den Plan: „Weitere Wohngebietswidmungen in privater Hand kann ich mir nicht vorstellen. Wenn, dann wird es neue Widmungen nur in Kooperation mit der Gemeinde geben. Ein Ansatz wäre, dass wir als Gemeinde einen großen Grund kaufen, diesen parzellieren und die Bauplätze zu einem vernünftigen Preis an die Parndorfer Jugend weitergeben. Das ist wahrscheinlich der einzige Weg, wie wir eine Explosion der Preise verhindern können.“

Bald Bauplätze um 50 Euro pro Quadratmeter?

Nach seiner Vorstellung von einem vernünftigen Preis gefragt, nennt der Ortschef einen Quadratmeterpreis von 50 bis 60 Euro. Geht dieser Plan auf, dann könnten junge Parndorfer in wenigen Jahren die Gelegenheiten haben, einen Baugrund von 500 Quadratmetern um nur 25.000 bis 30.000 Euro zu erwerben. „Es muss aber klar sein, dass dafür große Flächen aufgeschlossen werden müssen. Unter 50 bis 60 Bauflächen wird es keine Widmung geben“, betont Bürgermeister Kovacs.

Für die Aufstellung des neuen örtlichen Entwicklungskonzeptes gibt sich der Parndorfer Gemeinderat rund ein Jahr Zeit. Darin werden die Ziele der örtlichen Raumplanung für die nächsten zehn Jahre festgelegt. Neben dem Vorhaben, günstigen Wohnraum für die Parndorfer Jugend zu erschließen, sollen im Entwicklungskonzept eine nochmalige Erweiterung des Betriebsgebietes ausgeschlossen und Plätze für neue Naherholungsgebiete in Parndorf festgelegt werden.