Wildschwein attackierte Arbeiter in Maisfeld. Ein Mann wurde vorige Woche in einem Maisfeld in Parndorf von einem Wildschwein gebissen.

Von Paul Haider. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:56)
Symbolbild
Archiv Bundesheer

Am vergangenen Freitag ist es in Parndorf zu einer unerfreulichen Begnung zwischen einem Arbeiter und einem Wildtier gekommen: Ein Erntehelfer der Firma Corteva war gerade auf einem Maisfeld beschäftigt, als er von einem Wildschwein überrascht wurde.

Das Tier dürfte daraufhin in Panik geraten sein - es attackierte den Mann und biss zu. Danach ergriff das Wildtier die Flucht.

Wie Parndorfs Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) die BVZ informierte, sei der tierische Zwischenfall relativ glimpflich ausgegangen: Das Handy in der Hosentasche des Mannes dürfte vom Biss mehr in Mitleidenschaft gezogen worden sein als dessen Bein. Die Biss-Verletzung wurde von der Gemeindeärztin behandelt.

Schwein nach der Flucht nicht mehr gesichtet

Auf die Frage, ob es bei den Maisfeldern am Hanaweg öfters zu solchen Zwischenfällen komme, antwortet der Ortschef: „Nein, das ist sehr ungewöhnlich. Ich kenne die Gegend sehr gut, weil ich in der Nähe wohne. In den letzten 30 Jahren habe ich zwar viele Rehe, Hasen und auch Füchse gesehen, aber noch nie eine Wildsau.“ Laut Kovacs hätten ortsansässige Jäger nach dem aggressiven Tier Ausschau gehalten, es bis dato aber nicht mehr gesichtet. Der Bürgermeister mahnt nun zur Vorsicht, denn am Hanaweg sind nicht nur Erntehelfer tätig, auch viele Sportler und Kinder verbringen hier gerne ihre Freizeit: „Gerade jetzt in der Ferienzeit sind viele Kinder alleine unterwegs. Da ist es schon gut, wenn man ein wachsames Auge hat!“, meint Kovacs.

Tipp vom Jäger: Keine hektischen Bewegungen

Begegnet man in freier Natur einem Wildschwein, dann ist das richtige Verhalten entscheidend, um eine Attacke zu vermeiden. Die BVZ hat deshalb beim Neusiedler Jäger Johannes Göschl nachgefragt, wie man in so einer Situation richtig handelt: „Im Regelfall sind sie sehr scheu und ergreifen die Flucht, sobald sie einen Menschen sehen oder auch nur riechen. Es kann aber sein, dass ein Verteidigungsdrang eintritt, wenn Jungtiere in der Nähe sind. In diesem Fall sollte man sich ruhig verhalten, keine hektischen Bewegungen machen und langsam zurückgehen. Man sollte auf keinen Fall auf das Tier zugehen, denn das kann für das Wildschwein bedrohlich wirken.“ In der Frischlingszeit von Ende Februar bis Mai sei laut dem Fachmann besondere Vorsicht bei Begegnungen mit Wildsäuen geboten. Außerhalb dieser Zeit komme es eigentlich nur äußerst selten zu Zwischenfällen.