Wolfgang Kovacs nun Vollzeit-Bürgermeister. Der Parndorfer Ortschef wird sich dem Bürgermeisteramt in den nächsten fünf Jahren hauptberuflich widmen.

Von Paul Haider. Erstellt am 24. November 2017 (05:00)
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Wahlerfolg. Michael Boschner, Eva Nebenmayer, Stefan Vestl, Vize Franz Huszar, Wolfgang Kovacs und Paul Czerwenka (LIPA) freuten sich am 1. Oktober über den erfolgreich verteidigten Bürgermeistersessel.
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Wolfgang Kovacs hatte es schon Monate vor den heurigen Gemeinderatswahlen angekündigt: Für den Fall seiner Wiederwahl wolle er Vollzeit-Bürgermeister von Parndorf werden.

Nach dem großen Wahlerfolg am 1. Oktober - Kovacs erreichte 72% der Stimmen bei der Bürgermeisterwahl - setzt der Ortschef dieser Tage seine Ankündigung in die Tat um: Er hat seinen Beruf im Sozialbereich gekündigt, um sich der Funktion des Bürgermeisters in den nächsten fünf Jahren hauptberuflich widmen zu können.

Ermöglicht wurde dies auch durch die Änderung des Gemeindebezügegesetzes, die am 1. Jänner 2017 wirksam wurde. Damit wurde Bürgermeistern ermöglicht, ihr Amt auch hauptberuflich auszuüben, und die Bezüge wurden erhöht.

Im BVZ-Gespräch erklärt Wolfgang Kovacs, was ihn dazu bewegt hat, ab jetzt Vollzeit-Bürgermeister von Parndorf zu sein: „Ein Grund war mein Herzinfarkt vor drei Jahren, der das Resultat von 70 Stunden Arbeitsaufwand in der Woche war. Einen Vollzeit Job in Wien zu haben und Bürgermeister von Parndorf zu sein, das ist zu viel, das geht nicht. Ich habe gewusst, dass ich mich irgendwann entscheiden muss. Und die Vorstellung, nicht mehr zu kandidieren, weil es zu viel Zeit kostet, war mir ein Graus.“

Abschied von Firma nach 30 Jahren

Der Abschied von seinem Beruf sei ihm jedenfalls nicht leichtgefallen, erzählt Kovacs weiters: „In der Firma habe ich 30 Jahre lang mit Menschen mit Behinderung gearbeitet, ich habe die Arbeit geliebt. Mir bricht das Herz, dass ich das tun muss und es ist auch ein wesentlicher Gehaltsverlust. Aber es geht nicht anders, meine Lust auf einen zweiten Herzinfarkt ist gleicht null.“

Langweilig dürfte Wolfgang Kovacs mit jetzt „nur“ noch einem Job aber nicht werden. Das ist dem rasanten Wachstum der Gemeinde geschuldet: „Die Anzahl von Bauverhandlungen in Parndorf ist der reinste Wahnsinn. Es gibt so viele Sitzungen, bei denen man die Zeiten nicht festlegen kann. Das wird in Kombination mit einem Firmenjob immer schwerer zu bewältigen“.

Der Chef der „Liste Parndorf“ (LIPA) über seine Vorhaben als frisch gebackener Vollzeit-Ortschef: „Ich kann mich jetzt besser auf die Projekte konzentrieren und ich kann viel mehr kleine Dinge machen. Ich will noch mehr Gespräche mit den Leuten suchen und ich bin zeitlich noch flexibler, was Termine betrifft.“

Laut Gemeindebezügegesetz: Der Ausgangsbetrag für die Bezüge der Organe der Gemeinden ist der Ausgangsbetrag des monatlichen Bezugs eines Mitglieds des Nationalrats. Somit beläuft sich der Ausgangsbetrag im Jahr 2017 für die Gemeindebezüge im Burgenland mit Ausnahme der Gemeinden über 7000 Einwohner auf 8.983,42 Euro. Dem Bürgermeister, der die Funktion hauptberuflich ausübt, gebührt ein um 25 Prozent erhöhter Bezug.
Gemeindebund; Illustration: shutterstock.com, Grafik: Bischof