Flugaufkommen: „Paradiesische Zustände sind vorbei“. Peter Liehl, Obmann Verein „ÜbersLeben“ (Teil der Initiative „SOS Region Ost“), sprach mit uns über u.a. über das Nachtflugverbot.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 29. Juli 2021 (05:05)
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Peter Liehl, Obmann Verein „ÜbersLeben“
BVZ

BVZ: Als Obmann des Parndorfer Vereins „ÜbersLeben“ sind Sie auch Teil der Initiative „SOS Region Ost“. Wie stehen Sie zu einem Nachtflugverbot?

Peter Liehl: Das Nachtflugverbot wäre ganz wichtig. Die paradiesischen Zustände der letzten Monate (durch den pandemiebedingt reduzierten Flugverkehr, Anm. d. Red.) für Parndorf sind vorbei. Bei offenem Fenster schlafen, geht nicht mehr. Noch wichtiger wäre es aber, die Feinstaubbelastung in den Griff zu bekommen, denn diese ist Auslöser für überraschend viele Krankheiten, von Diabetes bis Demenz.

BVZ: Wie kann eine Reduzierung des Feinstaubes erreicht werden?

Möglichkeiten gibt es. Für die Feinstaubbelastung ist etwa das Alter der Flugzeugturbinen ausschlaggebend oder die Art des verwendeten Kraftstoffes. Der Flughafen Zürich zum Beispiel hat Feinstaubmessstellen und belohnt Flugzeuge, die mit neueren Turbinen landen, indem weniger Landegebühren verlangt werden.

BVZ: Hat die Pandemie die Bemühungen der Bürgerinitiativen gebremst?

Natürlich. Jetzt werden die Leute aber wieder wach. Ich hoffe, dass durch die Klimasituation und den Starkregen, ein Umdenken stattfindet. Wir stehen an einer Wegscheide: Entweder wir hauen den Hut drauf und werden ein Zentrum für Flugverkehr, Breitspurbahn und LKW-Verkehr, womit wir wieder in Richtung „Steinzeit“ zielen oder wir gehen genau in die andere Richtung, als wir gerade unterwegs sind.