VS Am Tabor: Digitaler Stift erkennt Schreibprobleme. In der Neusiedler Volksschule Am Tabor startet ein burgenlandweites Pilotprojekt für die Förderung der Schreibmotorik.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 15. Januar 2020 (05:19)
Projektpräsentation in der Volksschule Am Tabor: Jürgen Riedl (Stabilo), Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, Schulqualitätsmanager Werner Zwickl, Bildungslandesrätin Daniela Winkler, Direktorin Kordula Csukker, Bildungsdirektor Heinz Zitz mit Maximilian Abel, Tobias Tittler und Julia Semrad. Fotos: Birgit Böhm-Ritter
Birgit Böhm-Ritter

Schreiben Sie noch oder tippen Sie nur mehr? Im digitalen Zeitalter rückt die Handschrift immer mehr in den Hintergrund, als Basis des Lernens bleibt sie aber unumstrittenes Element im Unterricht. Immer mehr Kinder haben allerdings Probleme beim Erlernen der Handschrift und in weiterer Folge Lernschwierigkeiten. Ein innovativer digitaler Stift soll nun Abhilfe schaffen.

Der digitale Stift erkennt Probleme in der Schreibmotorik.
Birgit Böhm-Ritter

Bildungslandesrätin Daniela Winkler, Bildungsdirektor Heinz Zitz und Jürgen Riedl, Salesmanager der Firma Stabilo, präsentierten in der Volksschule Am Tabor in Neusiedl am See gemeinsam mit Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, Direktorin Kordula Csukker sowie Schulqualitätsmanager Werner Zwickl den „EduPen“. Der digitale Stift samt App soll nun - weltweit erstmalig flächendeckend in einer Region - in den burgenländischen Volksschulen zum Einsatz kommt.

Der „EduPen“ inklusive dazugehöriges App unterstützt bei der schnellen Einstufung und individuellen Förderung der Schreibmotorik im Unterricht.

Anhand von Schreibaufgaben auf Papier analysiert der digitale Stift innerhalb weniger Minuten die Handschrift und Bewegungsabläufe. Die App wertet die Ergebnisse digital aus und gibt Lehrkräften Handlungsempfehlungen für eine individuelle Förderung. Der „EduPen“ erfasst Schreibtempo, -druck und -rhythmus sowie Lesbarkeit. Für jede zu stärkende Kompetenz stehen passende Arbeitsblätter zur Verfügung, mit denen die Kinder spielerisch ihre Kompetenzen verbessern können.

Der Stift sei auf Basis langjähriger wissenschaftlicher Forschungsarbeit entwickelt worden. Sensoren aus der Weltraumtechnik seien dafür verkleinert worden, erklärte Jürgen Riedl und erläuterte auch das Warum: „Die Grobmotorik und folglich die Feinmotorik bei Kindern ist in den vergangenen 20 Jahren immer schlechter geworden. Das Schreibenlernen bereitet immer mehr Schwierigkeiten.“ Laut Studien würden bei 50 Prozent aller 5 bis 9 Jährigen, Auffälligkeiten in der Grob- und Feinmotorik zu beobachten sein.

„Bringt uns wieder einen Schritt weiter“

35.000 Euro werden laut Bildungsdirektor Heinz Zitz in das Pilotprojekt investiert. „Es bringt uns wieder einen Schritt weiter bei Kindern, die ein Defizit haben. Die Schreibfähigkeit wirkt sich auf die Gehirnentwicklung und auf die Lesefähigkeit der Kinder aus, sie wirkt also auf das ganze Leben“, betont Zitz.

Auch Landesrätin Daniela Winkler sieht viele Vorteile im „EduPen“. „Oft verkrampfen Kinder, wenn sie den Stift nicht richtig halten und bekommen beim Schreiben Schmerzen.