Manfred Waba: Mit Domingo auf Tournee. Der Podersdorfer baut für eine „Aida“-Stadiontour die Riesen-Bühne, nach Europa-Tour 2017 geht die Produktion mit 90 Trucks nach Asien, Nord- und Südamerika folgen.

Von Pia Reiter. Erstellt am 23. November 2016 (06:15)
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Präsentiert. Bühnenbildner Wolfgang Waba und Intendant und künstlerischer Leiter der „Aida - The StadiumWorld Tour 2017“ präsentierten die Pläne zur Veranstaltung in der Vorwoche im Wiener Rapid-Stadion. Auch hier sind für nächstes Jahr zwei Termine für die Opernaufführung vorgesehen.
BVZ, Andreas Tischler

Für 2017 kündigt sich ein monumentales Opern-Erlebnis an: Welt-Star Placido Domingo bringt als Intendant, künstlerischer Leiter undauch Dirigent „Aida - The Stadium World Tour“ auf die Bühne in die größten Stadien der Welt. Auch für Wien sind nächstes Jahr zwei Termine im Rapid-Stadion geplant.

„Logistischer Aufwand stellt selbst Rockgiganten in den Schatten“

Als Bühnenbildner mit dabei ist der Podersdorfer Manfred Waba, der die 60 Meter breite, 35 Meter tiefe und bis zu 28 Metern hohe Bühne entworfen hat, auf der auf 650 Quadratmetern LED-Wände für Live- und Video-Einspielungen eingebaut sind. „Es wird ein Riesenspektakel, mit 40 Gas-Feuerschalen auf der Bühne, sowie einige hundert Statisten mitsamt Pferden. Das Schwierigste ist die Tournee-Fähigkeit der Bühne sicherzustellen“, erklärt Waba.

90 Orchestermusiker, 150 Chorsänger, 85 Ballett-Tänzer lassen neben den 500 Statisten das Ausmaß der Produktion erahnen. „Der logistische Aufwand stellt selbst Rockgiganten wie die Rolling Stones oder U2 in den Schatten. So werden zwischen den Spielorten rund 90 Trucks unterwegs sein, um eine der größten Opernbühnen zu transportieren, die jemals auf Welttournee war“, schwärmt der Bühnenbildner.

Die Bühne wird in Frankfurt gebaut, mit Einzelteilen wurde bereits begonnen. Für die Kostüme und Requisiten fliegt Waba nach Mailand. „Ich bin derzeit viel unterwegs. Aber ich sehe es als gewisse Ehre, mitwirken zu dürfen. Das ist für mich die natürliche Steigerung zu St. Margarethen und der Eintritt ins internationale Business“, erklärt er.

Auch die Besetzung kommt aus der ersten Liga der Oper: Erwin Schrott, Kristin Lewis, Ambrogio Maestri, Anna Pirozzi sowie Roberto Tagliavini werden bei der Aida-Stadion-Tour auf der Bühne stehen.

Ausstellung: Michelangelos Fresken als Erfolgsgeschichte

„Jetzt habe ich Zeit, so etwas zu machen und mit auf Tour zu gehen. Es ergeben sich Dinge. Man blickt nicht im Zorn zurück, alles im Leben hat Sinn“, resümiert der Podersdorfer über seinen Abgang aus St. Margarethen.

Derzeit macht Manfred Waba aber auch mit einem anderen Projekt von sich reden: Er holte als Organisator 34 Repliken der „Sixtinischen Kapelle“ in Originalgröße in die Votivkirche nach Wien. Dazu hat er gemeinsam mit Investoren die Lizenz von Fotograf Erich Lessing für 15 Jahre für Europa, Asien und Australien erworben. Um eine möglichst originalgetreue Atmosphäre in der Votivkirche zu schaffen, hat Waba die Gitterwand der Sixtinischen Kapelle nachgebaut.

Seit dem Beginn der Ausstellung am ersten September kamen bereits mehr als 50.000 Besucher. „Bis 4. Dezember gibt es noch die Möglichkeit „Auge in Auge“ die Werke Michelangelos zu erleben. Bis zu 1.300 Ausstellungsgäste haben wir pro Tag“, freut sich Waba.