Winzer versenkt 600 Liter Wein-Boje im See. Winzer Fabian Sloboda will Reifung unter Wasser erforschen, Stahltank wurde mit der Sorte Grauburgunder befüllt.

Von Birgit Böhm-Ritter und Pia Reiter. Erstellt am 15. November 2017 (11:05)
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In Aktion. Hier wird die Wein-Boje im Neusiedler See versenkt. Das Weinexperiment wird vom Bundesweinbauamt wissenschaftlich begleitet.
eberstaller.at

Nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit war es am 11.11. um 11.11 Uhr, just zu Faschingsbeginn soweit: Eine 600 Liter Wein-Boje befüllt mit der Sorte Grauburgunder wurden von Winzer Fabian Sloboda nahe des Leuchtturms in den Neusiedler See versenkt. „Ich war schon immer ein Erfindertyp, wir wissen zwar nicht wirklich, was dabei rauskommt, aber ich erwarte mir einen Geschmacksunterschied“, erklärt der Weinbauer, der betont:

"Versuch in Weinwelt etwas zu verändern"

Gespannt. Winzer Fabian Sloboda beim Befüllen des 600 Liter umfassenden Stahltanks mit der Sorte Grauburgunder.
BBR

„Für mich ist das kein Werbegag, sondern der Versuch durch eine revolutionäre Technik in der Weinwelt etwas zu verändern.“ Voraussichtlich bis 1. April (Ostersonntag) wird der Tank im See bleiben: „Das ist wie eine Auferstehung für mich. Da passt die Seetemperatur dann noch, denn der Wein hat es eher lieber kühler“, schmunzelt Sloboda.

Der Golser Künstler Nikolaus Eberstaller zeichnet für das Design des Stahltanks verantwortlich. Eine Tänzerin ziert den Deckel des außergewöhnlichen Weinbehälters mit dem Namen „Wellentänzer“. „Der Wein ist immer in Bewegung, außerdem gehört der klassische Tanz zu den klassischen Motiven der österreichischen Geschichte“, erklärt Eberstaller die Namensgebung. Dass der Wein immer in Bewegung ist, soll seinen Geschmack positiv beeinflussen. Schon aus historischen Berichten geht hervor, dass die Qualität von Portwein durch seine Verschiffung gesteigert werden konnte. Der Wellengang soll das bewirkt haben.