Nach Austritt von Doris Neger: Aufruhr im Amt. Die Geschäftsführung der Podersdorfer Tourismusbetriebsgesellschaft soll neu ausgeschrieben werden. Die SPÖ fordert Fakten.

Von Bettina Deutsch. Erstellt am 08. September 2018 (05:00)
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Überraschender Abgang. Die scheidende Geschäftfsführerin Doris Neger geht neue Wege.
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In der Tourismusgemeinde gehen derzeit nicht nur die Wellen des Neusiedler Sees hoch, der plötzliche Austritt von Doris Neger, Geschäftsführerin der Podersdorfer Tourismus- und Freizeitbetriebsgesellschaft, sorgt für Wirbel im Gemeinderat.

Dienstverhältnis einvernehmlich aufgelöst

„Nach Gesprächen haben sich beide Seiten darauf verständigt, das Dienstverhältnis einvernehmlich aufzulösen, damit Doris Neger neue berufliche Wege einschlagen kann“, heißt es in einer Aussendung von Bürgermeisterin Michaela Wohlfart.

Seit rund zehn Monaten war Doris Neger als Nachfolgerin von Hannes Anton für die Geschicke des Podersdorfer Tourismus verantwortlich, „sie hat wertvolle Arbeit für die Neuausrichtung geleistet, sich in die Konzeption des Saisonstrechings, der zielgerichteten Bewerbung der Gäste und in die Planungen für die Neugestaltung des Strandbereichs mit ihren Kompetenzen und ihrer langjährigen Erfahrung als Tourismusfachfrau eingebracht“, heißt es weiters.

Vergangene Woche war die Abberufung der scheidenden Geschäftsführerin und Festlegung der weiteren Vorgangsweise zur Bestellung einer neuen Geschäftsführung Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung. Diese endete jedoch anders als gedacht. Zu einem Beschluss kam es an diesem Tag nicht, da die SPÖ-Fraktion die Sitzung geschlossen verließ.

„Die Liebe zu und Identifikation mit Podersdorf ist unumgänglich für die Geschäftsführung dieses Bereichs."Bürgermeisterin Michaela Wohlfart

„Uns sind keine Gründe und Verfehlungen für diesen Entschluss bekannt, auch in besagter Sitzung konnten uns keine klaren Begründungen mitgeteilt werden“, klärt Vizebürgermeister Franz Josef Steiner auf. In der nächsten Gemeinderatsitzung am 5. September soll eine Entscheidung in dieser Causa fallen. Fakt ist, dass ein Beschluss an diesem Tag nicht mehr von der üblichen 2/3-Mehrheit abhängig sein wird, sondern lediglich einer einfachen Mehrheit bedarf. Die SPÖ pocht jedoch weiter auf klare Worte.

Laut einer österreichischen Tageszeitung soll der Auslöser der Abberufung in dem unter Vorgänger Hannes Anton realisierten 1,2 Millionen-Euro-Ausbau des Segelhafens sowie verschwundener Dokumente gründen. Neger weist jegliche Vorwürfe von sich.

„Die Liebe zu und Identifikation mit Podersdorf ist unumgänglich für die Geschäftsführung dieses Bereichs. In unserer Heimatgemeinde ist definitiv Handlungspotential da, kreative Menschen sind deshalb herzlich willkommen“, gibt die Bürgermeisterin auf Anfrage der BVZ über künftige Bewerber preis.