Bezirk Neusiedl: Querelen im Suff

Erstellt am 05. April 2022 | 05:29
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Gerichtssaal Gericht Gerichtsprozess Symbolbild
Symbolbild
Foto: Pexels; Ekaterina Bolovtskova
Alte Freunde gerieten aneinander und lösten Polizeigroßeinsatz aus.
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Am Martinitag, dem 11. November 2021, hatten sich zwei alte Freunde im Alter von 54 und 37 Jahren getroffen und den Weinkeller des Vaters des Jüngeren aufgesucht, wo sie Wein direkt aus einem Fass tranken. Das Besäufnis eskalierte, beide Männer verletzten sich gegenseitig, wobei sie ein Messer und ein Luftdruckgewehr benützten.

Vorige Woche standen beide vor Richterin Birgit Falb. „Wir sind Freunde und kennen uns ewig“, sagte der Ältere. Er habe fünf Jahre nichts getrunken gehabt, da sei der Alkohol mit „anderer Wirkung über mich hergefallen“.

Vorerst habe man sich gut unterhalten. Erst am Vormittag des 12. November kippte die Stimmung. Der 54-Jährige soll dem Jüngeren mit einem Taschenmesser im Brustbereich eine ein Zentimeter lange Stich- und Schnittverletzung zugefügt haben. Der Jüngere wiederum stieß dem Gast den Lauf seines Luftdruckgewehrs gegen das Brustbein.

„Ich wollte, dass er heimgeht“, erklärte der 37-Jährige. Da sein Handyakku leer war, begab er sich ins Freie, hielt einen Passanten auf und bat diesen, die Polizei zu verständigen.

Mehrere Streifen kamen zum Einsatzort

„Der Einsatzgrund war Körperverletzung durch Messerstich, da kommen vier, fünf Streifen hin“, berichtete einer der alarmierten Polizisten. Der 37-Jährige sei „unkooperativ“ gewesen. Er habe keine Angaben zu seinem Kontrahenten gemacht. Diesen fand die Polizei später am Bauch liegend in einem Gebüsch. Beide Männer wurden zum Ausnüchtern mitgenommen und verbrachten die folgende Nacht in der Arrestzelle. Sie hatten, wie Berechnungen ergaben, zum Tatzeitpunkt rund zwei Promille Alkohol intus gehabt. „Die Polizei hat anderes zu tun, als zwei Betrunkene zu beamtshandeln!“, hielt Richterin Birgit Falb den Männern vor.

„Das tut mir leid, war nicht meine Absicht und wird nicht mehr vorkommen“, versprach der Ältere. Da sich die Männer gegenseitig entschuldigten und die Verantwortung für ihr Handeln übernahmen, kamen sie in den Genuss einer Diversion. Sie müssen je 480 Euro Geldbuße bezahlen, dann wird das Verfahren gegen sie eingestellt.

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