Stadthistoriker präsentierte 19. Neusiedler Jahrbuch. Der 19. Band des Neusiedler Jahrbuchs, inklusive chronikaler Ereignisse des Jahres 2017, wurde im Weinwerk vorgestellt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 19. April 2018 (03:39)
Birgit Böhm-Ritter
Mitarbeit. Franz Hillinger, Lilly Owenh, Ernst Sichra, Katharina Koppitsch, Eva Mannsberger, Paula Sichra und Sepp Gmasz waren an den Recherchen für die historischen Beiträge im Neusiedler Jahrbuch beteiligt.

Die Reihe der Neusiedler Jahrbücher wurde wieder um einen Band erweitert. Stadthistoriker Sepp Gmasz präsentierte die Neuerscheinung des Vereines Neusiedler Stadtarchiv vergangene Woche im Weinwerk Burgenland. Erschienen ist bereits der 19. Band.

„Ich kenne keinen anderen Verein in Burgenland, der über so einen langen Zeitraum dokumentiert hat“, sagte Gmasz in seiner Begrüßungsrede, in der er auch den vor einigen Tagen verstorbenen Landeshistoriker Harald Prückler würdigte. Er sei wie ein Vater gewesen, was seine eigene Arbeit der Geschichtsschreibung betreffe. Außerdem habe Prückler beim Aufbau des Stadtarchives, das vor mehr als 25 Jahren begründet worden sei, maßgeblich mitgeholfen und viele wichtige Dokumente strukturiert.

Wanderjahre, Glocken und Denkmäler

„Viele andere Dokumente liegen allerdings auch heute noch unstrukturiert in Schachteln und es kommt immer wieder zu Überraschungen, wenn man eine öffnet“, schmunzelt Gmasz. So eine Überraschung führte zu einem interessanten Beitrag im neuesten Neusiedler Jahrbuch, der sich mit dem einstigen Bürgerspital beschäftigt, das 1618 erstmals erwähnt wurde. Aus den Dokumenten wurde der Name des Spitals ersichtlich. Es hieß „Sankt Martin“ und war eine geschlossene Anstalt zur Betreuung der Bedürftigen und Kranken. „In einem Abrechnungsbuch ist zu lesen, dass der letzte Neusiedler Eremit, der in die Kapelle am Kalvarienberg zog, von der Gemeinde als Spitalsverwalter eingestellt wurde“, erzählt Gmasz.

Ein anderer Beitrag dokumentiert die Wanderjahre des Gesellen Dominik Sichra, dessen Nachfahren in einer gemeinschaftlichen Familienarbeit seine siebenjährige Wanderschaft (1833-1840) rekonstruiert haben. Er legte 5397 Kilometer größtenteils zu Fuß zurück.

Thematisiert werden im Jahrbuch auch ein vergessenes Kriegerdenkmal sowie die Geschichte der Neusiedler Kirchenglocken.