Neusiedler startet "Mission Biodiversität"

Der Neusiedler Markus Bleich hat den „Verein für Biodiversität“ gegründet. Jetzt sucht er Flächen zur schonenden Bewirtschaftung.

Paul Haider
Paul Haider Erstellt am 18. April 2021 | 03:34
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Biologisch & tierfreundlich: Imker Markus Bleich präsentiert einige Produkte, die er mit dem Honig seiner Bienenvölker produziert. Mit einem neuen Verein will er viele „Insektenoasen“ gründen.
Foto: Haider, Haider

Markus Bleich ist ein naturverbundener Tausendsassa: Der hauptberufliche Imker ist nicht nur Geschäftsführer von „Biene Burgenland“; er hat auch schon mit seinen Bienenoasen in mehreren Ortschaften für Aufsehen gesorgt und ist außerdem Mitglied von „Lebensraum Neusiedl“ mit seinen allseits beliebten Gemeinschaftsgärten.

Jetzt hat Bleich ein weiteres Projekt gestartet: Vorige Woche wurde offiziell der gemeinnützige Verein „für Insektenoasen und Biodiversitätsflächen“ gegründet.

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Ziel: Naturlebensräume schaffen

Erklärtes Ziel des Vereins ist es, neue Naturlebensräume im Nordburgenland zu schaffen und auf ihnen Lebensmittel auf biologisch verträgliche Weise zu erzeugen: „Die Idee ist aus den Bienenoasen heraus entstanden“, erzählt Markus Bleich im Gespräch mit der BVZ: „Das Ziel ist, Brachflächen, die nicht genutzt oder betreut werden, schonend zu nutzen. Primär suchen wir Flächen, wo wir Bienenstöcke und Insektenhotels hinstellen und Bäume setzen können. Am liebsten wäre uns, Streuobstwiesen zu übernehmen. Wir sind gern dazu bereit, Pacht zu zahlen.“

Die in den „Naturoasen“ gewonnenen Produkte sollen verwertet und über den Verein verkauft werden. Jetzt sind Markus Bleich und seine Mitstreiter auf der Suche nach weiteren Partnern und Mitgliedern: „Der Verein soll vernetzen. Gefühlsmäßig gibt es einen Bedarf danach. Wir suchen uns örtliche Partner, die vielleicht schon seit Längerem Bienen halten oder andere Ideen verwirklichen wollen“, erklärt Bleich. Derzeit ist der „Verein für Biodiversität“ auf der Suche nach Flächen im nördlichen Burgenland bis in den Raum Eisenstadt.

Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen? Markus Bleich klärt auf: „Es kann fast alles an ungenützter Grünfläche sein. Die einzigen Voraussetzungen sind, dass die Fläche längerfristig verfügbar sein sollte und wir setzen voraus, dass keine Chemikalien wie Insektizide oder Fungizide ausgebracht werden dürfen.“

Wer sich dafür entscheidet, ein ungenütztes Grundstück als „Insektenoase“ zur Verfügung zu stellen, der kann sich fachmännischer und professioneller Betreuung sicher sein, betont der Neusiedler Imker: „Wir schauen uns zuerst an, was das für ein Grund ist. Dann machen wir Probebohrungen, um zu sehen, wie das Erdreich beschaffen ist. Wir würden rein autochthone Pflanzen und Bäume setzen – dabei vor allem die älteren und robusteren Obstsorten. Die Pflanzen müssen zum Grund passen, das schauen wir uns von Fall zu Fall an. Auf jeden Fall machen wir nichts mit Gewalt, sondern immer im Einklang mit der Natur.“