Gsellmann-Film: Von Gols aus um die halbe Welt

Erstellt am 09. Juli 2022 | 05:13
Lesezeit: 4 Min
Der Dokumentarfilm „Rückenwind - Zeit für Zufriedenheit“ von Moses Gsellmann soll im kommenden Jahr in die Kinos kommen.
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Bereits seit September des Vorjahres sind der Golser Fotograf und Dokumentarfilmemacher Moses Gsellmann und seine Partnerin Anna-Regina Mühlberger in ihrem Bus „Olaf“ durch die halbe Welt unterwegs. 

Das erklärte Ziel lautet Abenteuer, leben mit dem Notwendigsten und die Suche nach Zufriedenheit. Letzteres in mehr als einem Sinn, denn die beiden wollen schon im kommenden Jahr einen Dokumentarfilm über die Länder die sie bereist, und Menschen die sie getroffen haben, in die Kinos bringen.

Vier Menschen, die sie auf ihren Reisen besonders gefesselt haben, wurden von den beiden interviewt, in ihrem alltäglichen Leben begleitet und über ihren Umgang und ihre Erfahrungen mit dem Thema Zufriedenheit befragt. Daher auch der Name „Rückenwind - Zeit für Zufriedenheit“.

„Oft gibt es Vorurteile, wenn man von der Türkei oder Albanien redet. Diese Länder haben mehr zu bieten als ihr Ruf.“ Moses Gsellmann Fotograf und Dokumentarfilmer

Ein weiterer Grund für ihre Reise ist auch um zu zeigen, dass es auch anders geht. Abseits des Alltagstrotts, mit reduziertem Lebensstil und voller Weltoffenheit.

„Oft gibt es Vorurteile, wenn man von der Türkei oder Albanien redet. Diese Länder haben mehr zu bieten als ihr Ruf.

Die Leute, die sie auf ihren Reisen interviewen, haben sie oft einfach durch Zufall kennen gelernt. Und während sie über die Menschen, die sie getroffen haben ausschließlich Gutes zu berichten haben, trifft das nicht auf alle Aspekte der Reise zu:

„Wenn man immer in einem Bus unterwegs ist, wird alles intensiver, und das muss nicht immer nur positiv sein“, so Gsellmann. „Während des Winters in der Türkei hat es beispielsweise einmal minus 11 Grad bekommen. Da brauchten wir dann trotz des innen gedämmten Busses zwei, drei Schichten zum Schlafen“.

Und auch die Grundversorgung muss gesichert werden. Ihren Strom produzieren die beiden mittels einer Photovoltaik-Anlage selbst, um Wasser müssen sie sich regelmäßig kümmern.

„Es geht auch anders als daheim“

Ihre Route führte Moses und Anna-Regina bislang mit mehr als 15.000 gefahrenen Kilometern von Österreich nach Slowenien, weiter nach Kroatien, Bosnien & Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Albanien, Griechenland, Türkei, Georgien, Armenien und aktuell Bulgarien.

Laut Plan werden sie in zwei bis drei Wochen wieder in Gols ankommen. Dann beginnt die wirkliche Arbeit am Film. Der Rohschnitt soll bereits im September fertig sein, alles weitere wird laut Gsellmann dann eine finanzielle Frage.

„Im Durchschnitt hat im Jahr 2018 oder 2019 ein Dokumentarfilm um die 400.000 Euro gekostet.“ weiß Gsellmann aus Erfahrung. Zwar werden die beiden zusammen mit ihrem Kollaborator in der Postproduktion Enric Parcerisa versuchen, so viel wie möglich selbst zu erledigen, für die dennoch benötigten finanziellen Mittel soll es dann eine Crowdfunding Kampagne geben.

Nachdem die Arbeiten am Film abgeschlossen sind, will Moses jedenfalls wieder mit der Produktion und dem Vertrieb von Postkarten beginnen.

Während des ersten Corona-Lockdowns hat er Postkarten mit Bildern aus seiner ‚Abenteuer‘-Serie mit eigenen Motiven aus Wien, Gols, Podersdorf, Georgien und Montenegro gedruckt und in die ganze Welt verschickt.

Darüber hinaus wollen die beiden auch Vorträge über ihre lange Reise durch den Osten Europas ins Auge fassen.

Die Arbeiten von Moses Gsellmann werden auf dem Kultursommer des Golser Volksfestes Mitte August ausgestellt sein, weitere Informationen zum Projekt „Rückenwind - Zeit für Zufriedenheit“ finden sich auf der Homepage von Moses Gsellmann unter www.promoe.at

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