Architektenwettbewerb um Neusiedler Kindergarten. Sieben Architekturbüros der Region wurden eingeladen. Ein Gebäude für sechs Gruppen soll entworfen werden.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 29. August 2020 (05:12)
Stein auf Stein und fertig wird das Häuschen sein, heißt es im Kinderlied. Erst muss allerdings ein Plan her. Der geeignetste für den Kindergartenbau wird in einem Wettbewerb eruiert.
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Der Grundankauf für einen neuen Kindergarten Ende des Vorjahres symbolisierte den Startschuss für das größte Bauprojekt der vergangenen Jahre in der Stadtgemeinde. Die nächsten Schritte gehen nun in Richtung Planung der Kinderbetreuungseinrichtung. Sieben Architekturbüros der Region wurden eingeladen, an einem Architekturwettbewerb teilzunehmen.

Die Aufgabenstellung: Geplant werden soll ein Haus, das sowohl Kindergarten als auch Kinderkrippe beherbergt. Sechs Gruppen sollen untergebracht werden. Diese sollen flexibel je nach Bedarf als Kindergarten-, Kinderkrippe oder alterserweiterte Kindergarten-Gruppe geführt werden können.

„Ausdrücklich erwünscht sind Vorschläge für alternative Heizsysteme und sonstige erneuerbare Energieformen wie etwa Photovoltaik“, berichtet Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) auf BVZ-Anfrage. Darüber hinaus gebe es in der Ausschreibung weitere Vorgaben. So müsse das Gebäude behindertengerecht und barrierefrei sein, Innen- und Außenbereich gleich hohe Priorität haben, Klima- und Umgebungsbedingungen, also Wind und Sonneneinstrahlung, sollen berücksichtigt und Verkehrswege kurz gehalten werden. Außerdem sollen ökologische Baustoffe verwendet werden.

Die Anforderungen an das Gebäude wurden in der Arbeitsgruppe „Kindergarten Neu“erarbeitet, in der etwa Vertreter aller Fraktionen aber auch Expertinnen und Experten vertreten sind. Diese Arbeitsgruppe hat sich auch mit dem pädagogischen Konzept des künftigen Kindergartens beschäftigt, denn aus diesem ergibt sich auch das Raumkonzept. „Das pädagogische Konzept sieht den Betrieb eines offenen Hauses vor, ähnlich wie es ihn schon jetzt im Montessori Kinderhaus gibt“, erklärt Böhm. Das heißt, die Gruppen sollen nach Themenschwerpunkten geführt werden, die Kinder können zwischen den Gruppen wechseln. „Das gilt jedoch nur für die Kindergarten-Gruppen. Die Gruppen der Kinderkrippe sollen klassisch geführt werden, wie bereits in den anderen städtischen Kindergärten.“

Bis 25. September haben die Architekturbüros nun Zeit, ihre Wettbewerbsarbeiten abzugeben. Diese werden einer Jury präsentiert. Diese setzt sich aus je einer Person aus den Fraktionen sowie aus dem Bauamt, der Amtsleiterin, einem Bausachverständigen, einer Pädagogin und der Bürgermeisterin zusammen.

Das Grundstück des neuen Kindergartens wurde übrigens um rund zwei Millionen Euro im Ried Oberes Seefeld angekauft.

Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit auf 2,85 Millionen (netto) Euro geschätzt.