Fluglärm: Parndorf hat neue Verbündete. Im Kampf um die Änderung des Projektes „Dritte Landepiste“ bekommt Parndorf Unterstützung aus den Nachbargemeinden.

Von Paul Haider. Erstellt am 20. März 2019 (05:49)
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Flughafen Wien Schwechat Symbolbild
Flughafen Wien

Dem Kampf „David gegen Goliath“ schließen sich neue „Davids“ an: Mehrere Nachbarortschaften haben der Gemeinde Parndorf in ihrem Bestreben, eine Änderung des Projektes „Dritte Landepiste am Flughafen Wien“ zu erwirken, ihre Unterstützung zugesagt.

Zur Vorgeschichte: Im Sommer 2018 hat die Gemeinde Parndorf, auf Initiative des Vereins „ÜbersLeben“, Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof gegen die dritte Piste eingelegt, weil die Gemeinde beim UVP- Verfahren nicht berücksichtigt worden war.

Diese Beschwerde wurde aus formalen Gründen zurückgewiesen. Daraufhin hat die Gemeinde rechtliche Schritte bei gerichtlichen Vorinstanzen eingeleitet und sich dem Dialogforum Flughafen Wien angeschlossen.

Wie Parndorfs Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) die BVZ wissen ließ, gibt es jetzt neue Verbündete im Kampf gegen den Fluglärm: „Wir sind mit Vertretern aus Neudorf, Neusiedl, Bruck und Bruckneudorf zusammengesessen. Sie alle haben uns Unterstützung zugesichert und wollen den gleichen Weg wie wir einschlagen, nämlich den Einspruch gegen die dritte Landepiste überprüfen zu lassen und sich auch in das Dialogforum hinein zu klinken, wo Bruck und Parndorf ja schon dabei sind. Alle Gemeinden werden in kommenden Sitzungen die dritte Piste thematisieren und versuchen, entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse herbeizuführen.“

Ziel: Änderung der Einflugschneise

Am Montag wurde bekannt, dass der Verwaltungsgerichtshof, nach Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung, die Genehmigung für den Bau der dritten Piste erteilt hat. Die Allianz der Gemeinden will sich aber weiterhin zur Wehr setzen. Wie Kovacs erneut betont, sei das Ziel der Initiative nämlich nicht gewesen, den Bau der Piste zu verhindern, sondern eine Änderung der Ausrichtung der Einflugschneise zu erreichen.

Diese verlaufe nach derzeitiger Planung direkt über den Ortskernen von Parndorf und Bruckneudorf.

Der Geschäftsführer des Dialogforums Flughafen Wien, Wolfgang Hesina, sagte im Herbst gegenüber der BVZ zwar, dass die Flugrouten der Piste noch nicht feststehen würden. Für Ortschef Kovacs ist der Fluglärm über Parndorf aber schon jetzt kritisch: „Nicht jedes Flugzeug ist ein Problem. Aber bei meiner Walking-Runde vorige Woche sind innerhalb von 15 Minuten sieben oder acht Maschinen über Parndorf geflogen. Bei zwei Maschinen habe ich das Gefühl gehabt, dass sie mir über den Kopf fahren. Das waren große Flugzeuge, die sehr tief geflogen sind.“

Mit der neuen Allianz gegen die dritte Piste erhofft sich Parndorf, mehr Gehör bei den Projektverantwortlichen zu finden: „Als einzelne Gemeinde ist es schwer, gehört zu werden. Aber mit zwei Bezirkshauptstädten haben wir jetzt sehr viele betroffene Menschen dabei. Das kann man nicht mehr so leicht lächerlich machen.“