Baukultur im Welterbe bei Workshop im Fokus

Zum Schutz der Welterbestätte beschäftigten sich Arbeitskreise mit regionstypischem Bauen im UNESCO–geschützten Gebiet.

Erstellt am 23. Mai 2019 | 17:49
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Neusiedls Vizebürgermeister Thomas Halbritter, Geschäftsführer Hannes Klein, Obmann Erwin Preiner, Obmann-Stellvertreter 2. LT-Präs. Rudolf Strommer (alle drei Verein Welterbe), Neusiedls Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, Purbachs Bürgermeister Richard Herrmann und Michael Lampel (Raaberbahn).
Foto: Verein Welterbe Neusiedler See

Auf regionstypisches Bauen soll in Zukunft verstärkt Wert gelegt werden. Das hat sich der Verein Welterbe Neusiedler See zum Ziel gesetzt.

Im Rahmen eines Projektes mit dem Namen „Inwertsetzung Welterbe – Welterbe erkennen, schätzen und schützen“ werden Maßnahmen zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für das Thema Welterbe gesetzt.

Typische Baukultur stärken

Ein Teil des Projektes war ein Workshop im Weinwerk Burgenland in Neusiedl am See.

Vereinsvertreter und das Projektteam haben mit Vertreterinnen und Vertretern der Welterbegemeinden, Fachleuten und interessierten Personen über Risikofaktoren („Pressure Risks“) der Welterbestätte diskutiert, vor allem aber auch darüber, wie man die architektonische Qualität des Bauens in den Ortschaften verbessern, erhaltungswürdige Bausubstanz absichern und die Region vor übermäßiger Zersiedelung schützen kann.

Im Workshop „Baukultur und Pressure Risks“ wurden Möglichkeiten und Maßnahmen besprochen und entwickelt, wie vor allem auf Ebene der Gemeindeverwaltungen ein Beitrag zum Schutz der Welterbestätte geleistet werden kann, ohne dass man die dynamischen Entwicklungen im Raum einschränken muss. „Innovatives Management lässt behutsame Entwicklung zu, ohne dass man die Region Neusiedler See unter einen Glassturz stellen muss“, sagte der Obmann des Welterbe-Vereines Erwin Preiner. Welterbegerechte Entwicklung hieße aber auch, dass man in alle Richtungen intensiv kommunizieren müsse.

Viele fachliche Ideen und Ansätze wurden im gut besuchten Workshop angesprochen und offen und sachlich diskutiert. Beispiele sind die mögliche Einrichtung kleinregionaler Gestaltungsbeiräte oder eines örtlichen Leerstandsmanagements, zudem wurden vor allem stärkere Beratungstätigkeiten und Bewusstseinsbildung bei den Bauwerbern als wichtige Tätigkeiten identifiziert.

Im Rahmen dieses Projektes soll aber nicht nur regionstypisches Bauen ins Bewusstsein gerückt werden. Generell soll die emotionale Verbundenheit der Bevölkerung zum Welterbe verstärkt werden. Darum wurde ein neuer Internetauftritt (www.welterbe.org) der Welterbestätte gestaltet und die Aktion „meinWelterbe“ ins Leben gerufen.

Interaktives Online Tool

Idee der Aktion ist es, mittels eines Online-Tools eine Sammlung und Vermittlung der regionalen Besonderheiten der Welterbestätte zu erstellen, zu der jede und jeder beitragen kann.

Wenn man die Plattform mein.welterbe.org beispielsweise unterwegs mit dem Smartphone aufruft, hat man die Möglichkeit, Fotos, kurze Texte und Beschreibungen von Objekten, Ausblicken, Bauwerken, Ensembles oder Besonderheiten in der Natur hochzuladen, die man für die Region Neusiedler See als typisch, besonders und erhaltenswert erachtet. Im Laufe der Zeit ergibt sich so eine Sammlung der Besonderheiten des Welterbes Neusiedler See aus der Sicht der Bewohner und Besucher. Testläufe wurden mit Schulen umgesetzt, regelmäßige weitere Aktionen mit Schülern, Studenten, Touristen, Radfahrern etc. sind geplant.

Finanziell unterstützt wird das gesamte Projekt „Inwertsetzung Welterbe“ durch die LAG-LEADER Nordburgenland plus.