Parndorf: Absage für Helikopter-Stützpunkt

Salzburger Firma „Heli Austria“ möchte einen Hubschrauberlandeplatz im Bezirk errichten; Parndorf will ihn nicht haben.

Paul Haider
Paul Haider Erstellt am 14. Januar 2021 | 05:55
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Keine Starterlaubnis. Der Parndorfer Gemeinderat hat sich mehrheitlich gegen die Errichtung eines Hubschrauber-Stützpunktes im Ort ausgesprochen.
Foto: Symbolbild/Bilderbox.com

Im burgenländischen Regierungsprogramm ist die Errichtung eines Rettungshubschrauber-Stützpunktes im Nordburgenland vorgesehen. Sowohl der ÖAMTC als auch „Flugrettung Martin“, die Teil der Salzburger Firma „Heli Austria“ ist, sollen Interesse an dem Auftrag haben.

Wie die BVZ nun erfahren hat, hat „Heli Austria“ bereits zwei Anfragen an Gemeinden im Bezirk Neusiedl gerichtet: Das Unternehmen hat Interesse an Grundstücken in Neusiedl am See und Parndorf bekundet – und von beiden Gemeinden eine Abfuhr erhalten. Roy Knaus, Eigentümer und Geschäftsführer von „Heli Austria“, hat mit der BVZ darüber gesprochen, wie es zu den Anfragen gekommen ist: „Vor etwa eineinhalb Jahren haben wir die Aussendung von Landeshauptmann Doskozil gesehen, dass er im Nordburgenland einen zusätzlichen Hubschrauber stationiert haben will. Da haben wir Interesse angemeldet und uns auf die Suche gemacht, wo es geeignete Grundstücke gibt.“

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Einen geeigneten Standort hat „Heli Austria“ am Neusiedler Betriebsgebiet Prädium, in der Nähe vom Autohaus Kamper, geortet. Bereits im Frühjahr 2020 ist Roy Knaus für ein Gespräch mit Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) nach Neusiedl am See gekommen. Doch im Stadtrat fand sich keine Mehrheit für die Errichtung des Helikopter-Stützpunktes in der Bezirkshauptstadt.

In weiterer Folge richtete „Heli Austria“ den Blick auf die Nachbargemeinde: Drei verschiedene Grundstücke in Parndorf erschienen der Salzburger Firma als geeignet: Zwei Flächen im Betriebsgebiet in der Nähe vom „Frunpark“ und eine im Bereich Walzwerk wären den Anforderungen gerecht geworden – es wurde ein Ansuchen um Errichtung des Stützpunktes an die Gemeinde Parndorf gerichtet.

In der letzten Gemeinderatssitzung 2020 kam aber die Abfuhr: Fast einstimmig (SPÖ-Gemeinderat Erwin Lippert enthielt sich seiner Stimme) fiel der Beschluss, der Firma „Heli Austria“ eine Absage zu erteilen.

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) erklärt die Entscheidung im BVZ-Gespräch: „Wir haben das Thema intensiv diskutiert, weil ein Rettungsdienst ja nichts Schlechtes ist. Die Standorte beim Frunpark sind aber völlig ausgeschlossen, weil wir auf der Seite der Bundesstraße nicht noch mehr verbaut haben wollen. Und das Grundstück beim Walzwerk liegt an einem Weg, der von vielen Ausflüglern und Radfahrern genützt wird. Und wo ein Flugbetrieb mit Hubschraubern stattfindet, wird auch Lärm gemacht. Das würde überhaupt nicht mit Parndorfs Kampf gegen Fluglärm und die dritte Piste zusammenpassen.“ Bürgermeister Kovacs mutmaßt weiters, dass der geplante Rettungshubschrauber-Stützpunkt mit der Errichtung des Krankenhauses Gols in Verbindung steht: „Wenn man dafür einen Standort sucht, sollte dieser gleich in Gols sein und nicht wieder in Parndorf“, meint der Ortschef.