„Zugabe“ für Neusiedler Zivildiener

Nicolas Wende hat sich zum außerordentlichen Zivildienst gemeldet. Der BVZ erzählt er von der ersten Woche im Einsatz.

Erstellt am 13. April 2020 | 04:03
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Comeback: Nicolas Wende hat bereits 2018 seinen ordentlichen Zivildienst geleistet. Jetzt trägt er noch einmal für drei Monate die Rotkreuz-Uniform.
Foto: zVg/Wende

Am 1. April sind österreichweit 3.500 außerordentliche Zivildiener ihren Dienst angetreten. So auch in Neusiedl am See: Der Bezirksstelle des Roten Kreuzes wurden fünf „Rückkehrer“ zugeteilt.

Einer von ihnen ist Nicolas Wende. Der junge Neusiedler hat von Juli 2018 bis März 2019 seinen ordentlichen Zivildienst geleistet, danach war er für einige Monate auch hauptberuflich als Rettungssanitäter aktiv.

Winterjob in Ischgl: zum Glück nicht angesteckt

Im November vergangenen Jahres ist der gelernte Koch und Kellner dann auf Saisonarbeit in ein renommiertes Tiroler Hotel gegangen - das sich ausgerechnet im Corona-Hotspot Ischgl befindet.

Wende hat sich aber glücklicherweise nicht mit dem Covid-19 Virus infiziert: „Man hat mich aufgrund der Pandemie früher nach Hause geschickt. Ich bin gesund nach Hause gekommen und habe mich freiwillig 14 Tage in Quarantäne begeben“, erzählt Nicolas vom abrupten Ende der Wintersaison in Ischgl.

Während seiner Selbstisolation erfährt der junge Neusiedler dann vom Aufruf an ehemalige Zivildiener, sich noch einmal für drei Monate freiwillig zu melden. Nicolas folgt dem Aufruf, ohne zu zögern: „Es war für mich eine simple Entscheidung, weil mir während der Zeit in Tirol der Alltag im Rettungswesen gefehlt hat. Die Möglichkeit zum außerordentlichen Zivildienst kam mir da sehr gelegen. Menschen zu helfen, gehört für mich zum Leben dazu und das mache ich von Herzen gerne. Ich habe mich gleich beworben und Ende März die Benachrichtigung zum Einrücken bekommen.“

Am Ende seiner ersten Woche zurück im Rettungsdienst hat Nicolas fünf Tage zu je 9,5 Stunden gearbeitet. Nach seinen Eindrücken der ersten Arbeitswoche gefragt, antwortet er: „Wenn ich ehrlich bin, kommt es mir jetzt ruhiger vor. Notfälle haben sich in Grenzen gehalten, meistens gab es zwischen drei und fünf Routine-Krankentransporte pro Tag.“ Einem Covid-19 Patienten ist Nicolas bislang nicht begegnet, aber: „Wir haben eine Einschulung bekommen, wie wir uns bei einem Corona-Verdachtsfall verhalten müssen, da sind wir top vorbereitet“, so Wende. Mit derzeit besonders wichtigen Materialen wie Desinfektionsmittel, Schutzmasken und -anzügen sei das Rote Kreuz bestens versorgt, versichert der junge Sanitäter.

Auch die Stimmung auf der Dienststelle sei unter allen Mitarbeitern gut - egal ob Hauptberuflicher, Freiwilliger, ordentlicher oder außerordentlicher Zivildiener: „Ich habe bemerkt, dass sich vermehrt Freiwillige melden, die helfen wollen. Die Stimmung ist nicht angespannt, aber ein bisschen eigen. Wir halten auch auf der Dienststelle Abstand, schauen darauf, dass weniger als fünf Personen im gleichen Raum sind und Oberflächen werden ständig desinfiziert.“