Seestraße: Bäume müssen weg, Kritik an Vorgehensweise. Von der Kreuzung Schottenaugasse bis zum Hotel Leiner weichen neun Platanen einer Baustelle des Wasserleitungsverbandes.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 18. April 2018 (06:01)
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Etwa 80 Jahre standen die Platanen in der Seestraße.
BBR

Neun Bäume fallen den Bauarbeiten in der Seestraße zum Opfer. In den nächsten Monaten werden die Ortsnetzleitung des Wasserleitungsverbandes sowie Strom– und Gasleitungen erneuert (die BVZ berichtete). Die Sanierungsarbeiten haben bereits Anfang März begonnen.

Vorgehensweise bei Info stößt ÖVP und Grünen sauer auf

Vergangenen Freitag wurden die Anrainer in der Seestraße - im Bereich Kreuzung Schottenaugasse bis zum Hotel Leiner - informiert, dass die Bäume am Montag gefällt werden müssen. Eine Vorgehensweise, die Vize-Bürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) und Alexandra Fischbach, Gemeinderätin der Grünen, sauer aufstößt.

Baumwurzeln wachsen bereits in den Keller eines Anrainers. Foto: zVg
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„Die Anrainer wurden nur drei Tage vorher mittels Flugblatt von der Gemeinde informiert. Das grenzt an Provokation“, sagt Halbritter. Er kritisiert weiter, dass 80 Jahre alte Platanen gefällt werden würden, ohne ein Konzept für die Renaturierung. Der Vizebürgermeister befürchtet, die Leitungen würden planlos verlegt werden, bis am Ende kein Platz für eine Neubepflanzung mehr da sei.

Fischbach wiederum kritisiert mangelnde Transparenz: „Die Information des Wasserleitungsverbandes gab es offensichtlich schon Anfang März. Dass es seitens der Bürgermeisterin nicht für notwendig erachtet wurde, den Gemeinderat zu informieren, ist nicht akzeptabel. Es hätte genügend Möglichkeiten gegeben.“ Für die Grünen stelle sich darüber hinaus die Frage, ob die Baumfällung zwingend notwendig sei.

Neugestaltungen und Bepflanzung gehen sich 2018 nicht aus

Das kann Bürgermeisterin Elisabeth Böhm klar bejahen. Nicht nur dass, die Fällung für die Bauarbeiten notwendig sei, die Baumwurzeln hätten bereits Schäden an den Gehsteigen, Einfriedungen und auch an Kellern der Anrainer angerichtet. „Es werden selbstverständlich Bäume nachgesetzt“, betont sie.

Die Neugestaltung des Gehsteiges, Radweges und der Grünanlagen samt Bepflanzung der Bäume sei aufgrund der Terminknappheit in diesem Jahr allerdings nicht mehr möglich. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im Jahr 2019 umgesetzt.

Einig sind sich jedenfalls alle Fraktionen, dass gerade die Seestraße ein Aushängeschild für die Stadt sein sollte.

Übrigens: Die Bäume haben aufgrund des vorhergesagten Regens noch Schonfrist bekommen. Bis zum Redaktionsschluss am Montagabend waren sie noch nicht gerodet.