Wirtshaus weicht 14 Wohnungen

Das ehemalige Gasthaus „Zum Luntzer Wirt“ in der Hauptstraße in Sankt Andrä am Zicksee wurde vorige Woche abgerissen. An seiner Stelle entsteht eine Wohnanlage der Neuen Eisenstädter.

Paul Haider
Paul Haider Erstellt am 18. März 2021 | 05:55
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Das Ende einer Legende: Das alte Gasthaus „Zum Luntzer Wirt“ ist vorige Woche abgerissen worden.
Foto: zVg/Sattler, zVg/Sattler

Das letzte Schnitzel ist bereits im Jahr 2018 serviert worden, vorige Woche wurde nun der endgültige Schlussstrich unter das Kapitel „Luntzer Wirt“ gezogen.

Die Baumaschinen sind auf der St. Andräer Hauptstraße aufgefahren, um das geschichtsträchtige Wirtshaus dem Erdboden gleich zu machen. An seiner Stelle entsteht bis Ende 2022 eine Wohnanlage der Neuen Eisenstädter (Nebau).

„Ursprünglich war geplant, den Altbau zu sanieren und die Wohnungen im bestehenden Objekt einzurichten. Aus statischen Gründen hat man sich aber für den Abriss und Neubau entschieden“, weiß St. Andräs Bürgermeister Andreas Sattler (ÖVP) zu berichten.

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Aus alt macht neu: So soll der neue Wohnbau in der St. Andräer Hauptstraße aussehen. Geplante Fertigstellung: Ende 2022.
zVg/Halbritter & Halbritter, zVg/Halbritter & Halbritter

Alte Gasthäuser in Ortszentren, die mangels eines Betreibers seit Jahren leer stehen, werden in den letzten Jahren vermehrt von Genossenschaften aufgekauft, um neue Wohnprojekte umzusetzen. Doris Wolfger, Marketing-Verantwortliche bei Nebau, lässt dazu auf BVZ-Anfrage wissen: „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, neuen modernen Wohnraum im Zentrum der Gemeinden zu schaffen, damit die Ortskerne nicht vereinsamen, denn ein funktionierendes Ortszentrum hält eine Stadt oder ein Dorf zusammen. Daher kaufen wir auch alte leer stehende Gasthäuser und revitalisieren diese oder errichten neue Gebäude und bieten sowohl jungen Familien als auch älteren Menschen die Möglichkeit zentral zu wohnen und alles zu Fuß erreichen zu können.“

Arztpraxis im Erdgeschoß geplant

Die Gemeinde St. Andrä ist aktiv in das Projekt involviert und hat sich Räume im Erdgeschoß gesichert. Hier soll eine neue Arztpraxis entstehen. „Der Gemeinderat hat beschlossen, dass Räumlichkeiten angemietet werden um sie einem zukünftigen Gemeindearzt zur Verfügung zu stellen“, erläutert Ortschef Sattler. Der Vorschlag dazu sei vom derzeitigen Gemeindemediziner Dr. Gerhard Payrich gekommen. Da sich dessen Ordination in seinem Privathaus befindet, müsste es für seine Nachfolge eine neue Praxis geben. Und Gemeinden, die bereits fertige Ordinationsräume zur Verfügung stellen könnten, hätten einen klaren Vorteil bei der Arztsuche, so die Empfehlung des jetzigen Dorfmediziners.

Abgesehen von der Arztpraxis wird der Neubau auf der St. Andräer Hauptstraße, der von den Arichtekten „Halbritter & Halbritter“ geplant wurde, 14 Wohneinheiten umfassen, die zwischen 50 und 74 Quadratmetern groß sein werden.

„Die Wohnungen im Erdgeschoß verfügen über eine großzügige Terrasse, die im Obergeschoß sind mit einem gemütlichen Balkon ausgestattet. Geheizt wird mit Gas und Fußbodenheizung in allen Wohnräumen. Für jede Wohnung wird ein PKW-Stellplatz im Freien errichtet“, erläutert Doris Wolfger.

Die gesamten Baukosten belaufen sich laut Nebau-Auskunft auf rund 2,6 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2022 anvisiert. Wer an einer neuen Wohnung am Standort des alten „Luntzer Wirts“ interessiert ist, kann sich bereits vormerken lassen.