Bäume an Neusiedler Seepromenade müssen weg

Erstellt am 05. November 2016 | 10:40
Lesezeit: 3 Min
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Kahl. Die Larven des Moschusbaumkäfer fressen sich durch die Stämme und Äste der befallenen Bäume, die schließlich langsam absterben. Betroffen ist auch die Seepromenade zwischen Seerestaurant und Mole West.
Foto: BVZ, Reiter
Larven des Moschusbockkäfers in den Weiden entlang der Seepromenade entdeckt, an die 70 Bäume werden gerodet.
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Die Weidenbäume am See sind von einem Schädling befallen: Die Larven des heimischen Moschusbockkäfers haben sich in den Bäumen eingenistet und dort großen Schaden hinterlassen. Nach Hinzuziehung von Experten steht nun fest: An die 70 Bäume im Bereich der Seepromenade müssen gefällt werden.

Larven wurden von Experten untersucht

Entdeckt wurde der Schädling bei einer Routinekontrolle durch die Mitarbeiter der Freizeitbetriebe.

„Wir haben dann gleich einen Fachmann um Rat gefragt. Die Larven wurden eingesammelt und untersucht, um die Art des Schädlings zu bestimmen. Zuerst hat es die Befürchtung gegeben, dass es sich um den asiatischen Laubbockkäfer handelt. Das hat sich Gott sei Dank nicht bestätigt, denn hier wären die Auswirkungen viel schlimmer gewesen“, meint Georg Glerton, Geschäftsführer der Freizeitbetriebe.

„Larven verfügen über einen großen Appetit“

Gernot Hoch vom Bundesforschungszentrum für Wald erklärt: „Im konkreten Fall handelt es sich um den heimischen Moschusbockkäfer, der lebende Bäume befällt und dessen Larven Äste derart durchlöchern können, dass die befallenen Bäume dann ein Sicherheitsrisiko darstellen. Es kommt auch zum Absterben der Baumkrone. Die Larven können zweieinhalb bis drei Zentimeter groß werden und verfügen über einen großen Appetit.“

Nach Rücksprache mit dem Bundesforschungszentrum für Wald und der Bezirksforstinspektion Burgenland Nord wurde der Stadtgemeinde empfohlen, die befallenen Bäume zu roden.

Um eine weitere Ausbreitung des Käfers zu verhindern, müssen alle Bäume in der Seepromenade gerodet und die Wurzeln ausgefräst werden.

Die gesamte Seeallee und das Seebad werden laufend beobachtet. „Falls auch dort der Käfer auftritt, müssen die betroffenen Bäume ebenfalls gefällt werden“, beschreibt der Freizeitbetriebe-Geschäftsführer die eingeleiteten Maßnahmen.

Derzeit ist laut Glerton noch ein Gutachten eines Baumsachverständigen ausständig, nach dessen Einlagen entschieden werden soll, welche Bäume nachgepflanzt werden. Das ist für das Frühjahr 2017 geplant.

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