Energie: Kaserne in Bruckneudorf wird autark

Erstellt am 03. Februar 2022 | 05:12
Lesezeit: 3 Min
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Kommandant Markus Ziegler auf dem Gelände, auf dem das Blockheizkraftwerk errichtet werden soll.
 
Foto: Foto: Janoska
Ein Blockheizkraftwerk soll den Truppenübungsplatz (TÜPl) mit Energie und Wärme versorgen.
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Im Herbst des vergangenen Jahres ließ Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) verlautbaren, dass bis 2025 rund 100 Kasernen völlig autark werden sollen. Die Bedrohung eines Blackouts sei keine Frage der Wahrscheinlichkeit, sondern des Zeitpunkts. Inwieweit dies die Benedek-Kaserne in Bruckneudorf betrifft, erläutert der dortige Kommandant Markus Ziegler: „Das Bundesheer muss in jedem Fall handlungsfähig bleiben, um den Schutz der Republik gewährleisten zu können.“

Zunächst müsse die Bedeutung eines „Blackouts“, also eines auf unbestimmte Zeit dauernden Stromausfalls, mit weitreichenden Folgen für die Infrastruktur und Versorgung geklärt werden. Mögliche Ursachen können hierbei nicht nur terroristische Cyber-Angriffe oder ein Störungsfall in einem der zahlreichen Atomkraftwerke im benachbarten Ausland sein, sondern auch das Ergebnis eines unglücklichen Wechselspiels von Energie und Klimaveränderungen.

Dabei ist von einem „natürlichen Blackout“ die Rede, wenn etwa Eisbehang eine Hauptstromleitung beschädigt und damit die Versorgung in ganz Mitteleuropa lahmlegt, erläutert Ziegler.
Um im Katastrophenfall seiner Aufgabe nachkommen zu können, müsse das Bundesheer daher auf Autarkie setzen. Die Benedek-Kaserne ist dabei weitgehend bereits jetzt selbstversorgend, was Wasser, Notstrom und Treibstoff betrifft.

„Mit 10 bis 20 Prozent des jährlichen Holzeinschlages im Rahmen der natürlichen Forstwirtschaft wird die Kaserne vollständig mit Energie versorgt und beheizt werden können.“ Markus Ziegler

In Ermangelung eines autarken Strom- und Heizauskommens wird in naher Zukunft aber mit dem Bau eines Blockheizkraftwerkes begonnen, eine mit Hackschnitzeln betriebene Kombination aus Kraft- und Fernheizwerk. Mit stolzer Miene weist Ziegler darauf hin, dass der TÜPl Bruckneudorf über 3.500 Hektar Wald verfügt und ergänzt nicht minder stolz: „Mit 10 bis 20 Prozent des jährlichen Holzeinschlages im Rahmen der natürlichen Forstwirtschaft wird die Kaserne vollständig mit Energie versorgt und beheizt werden können.“

Für die ökonomischen Adaptierungen am zweitgrößten TÜPl Österreichs sind in etwa drei Millionen Euro veranschlagt. Nicht nur in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, sondern auch im Fokus der Nachhaltigkeit zeigt sich Ziegler ambitioniert: „Bereits jetzt werden viele Fernheizwerke in den umliegenden Ortschaften mit Holz vom Truppenübungsplatz versorgt. Durch den Bau eines eigenen Blockheizkraftwerkes profitiert auch das allgemeine Stromnetz, das vom überschüssigen Strom gespeist werden wird.“

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