Pilotprojekt gestartet: Einsatz auf der „Platte“. Der Startschuss ist gefallen. Fünf Sicherheitspartner sorgen für ein Jahr lang in Kittsee, Pama und Deutsch Jahrndorf für Recht und Ordnung. Die BVZ war mit dabei.

Von Bettina Deutsch. Erstellt am 20. Oktober 2016 (05:00)
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Engagiert. Bürgermeisterin Gabi Nabinger freut sich auf die gute Zusammenarbeit mit Alexandra Tomschitz und Michael Metzel.
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Nach dreiwöchiger Ausbildung wurden letzte Woche 22 Sicherheitspartner (die BVZ berichtete) in den Dienst entsandt, fünf davon sind nun ein Jahr lang in den Grenzgemeinden Kittsee, Pama und Deutsch Jahrndorf im Einsatz. Die BVZ war zum Lokalaugenschein vor Ort.

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Johannes Skerlan, Kittsee
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Es ist kurz vor 16 Uhr, als ich Alexandra Tomschitz an der neu errichteten Elektrotankstelle in unmittelbarer Nähe des örtlichen Kindergartens treffe. Punkt 8 Uhr hat sie ihren Dienst in Kittsee angetreten, acht Stunden lange war sie heute auf Streife und nun steht die Übergabe an Kollegen Michael bevor.

Während das E-Mobil an der Ladestation aufgetankt wird, nimmt sie sich kurz Zeit, um mit mir über ihren Arbeitsalltag zu plaudern. Die Rusterin ist die einzige Frau im fünfköpfigen Team. Ein Problem hat sie damit jedoch nicht. „Ich bin ein sehr offener Mensch, ob ich im Team mit Frauen oder Männern zusammenarbeite, macht für mich keinen Unterschied“ erzählt sie gleich zu Beginn.

Auf gänzlich neuem Terrain befindet sich die taffe Burgenländerin zudem ebenso wenig. „Ich habe bereits für eine Sicherheitsfirma gearbeitet“ berichtet sie. Nach dem Motto „man lernt nie aus“ hat sie die Ausbildung in der Fachhochschule in Eisenstadt absolviert und sich dadurch zusätzliches Wissen angeeignet.

Erste Kontaktaufnahme mit den Bewohnern

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Gerlinde Günther, Kittsee
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Alexandras Dienst findet nur tagsüber statt, weshalb sie bereits in Kontakt mit den Einwohnern Kittsees getreten ist. „Ich bin auch zu Fuß im Ort unterwegs und habe schon einige positive Rückmeldungen erhalten“ erzählt die Sicherheitspartnerin stolz. Und just in diesem Moment erscheint Kollege Michael zur Übergabe an der Tankstelle.

Michael Metzel ist 30 Jahre alt, gelernter Nachrichtentechniker und per Zufall auf die Ausschreibung der Firma Wagner Sicherheit, welche als Arbeitgeber der 22 Damen und Herren fungiert, gestoßen. Auf die spontane Bewerbung folgte die Einladung zur Ausbildung sowie das Diplom zum Sicherheitspartner. „Der Dienst im öffentlichen Bereich hat mich schon immer interessiert, daher bin ich sehr glücklich als einer von hunderten Bewerbern auserwählt worden zu sein“ erzählt der Zurndorfer freudestrahlend.

Michael teilt sich die Tag- aber vor allem die Nachtschicht künftig mit drei weiteren männlichen Kollegen aus der näheren Umgebung. Zu den Aufgaben zählen die Bewachung öffentlicher Gebäude sowie die Beobachtung des öffentlichen Geschehens. Künftig soll die tägliche Schulwegsicherung ebenso integriert werden. Ausgerüstet mit Handy, Tablet, Kamera, Defibrillator sowie Instrumenten zur Straßensicherung ist man für etwaige Zwischenfälle gerüstet. „Polizei spielen“ will jedoch hier niemand.

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Unterstützung. Michael Metzel bei der Sicherung des Schulweges.
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Apothekendienst und Einkäufe für Private

Ihre Präsenz soll das Sicherheitsgefühl im Ort verstärken und Unterstützung im alltäglichen Leben der Bevölkerung bieten. Gegen einen geringen Kostenaufwand können die Dienste der fünf „Partner“ auch für Einkäufe, Apothekendienste sowie zur Objektaufsicht von Privaten in Anspruch genommen werden.

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Hana Chmelàrovà MarkovàKittsee
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Auch wenn Alexandra und Michael bislang nur optimistischen Bürgern begegnet sind, findet man in den Gemeinden zweigespaltene Lager vor. Der Tenor im Ort könnte unterschiedlicher nicht sein.

„Ich kenne zwar das Konzept nicht genau und habe die Sicherheitspartner auch noch nicht im Ort gesehen, aber ich denke, dass mehr Sicherheit definitiv nicht schaden kann. Ich bin schon sehr gespannt.“

„Ich bin erfreut darüber, dass nun zusätzliches Personal für Sicherheit in Kittsee sorgt. Ich habe sie zwar noch nicht gesehen, aber wenn, dann werde ich bestimmt mal eine Runde mit ihnen plaudern.“

„Die Idee der Sicherheitspartner ist an und für sich ganz gut, aber sicherlich schwierig umzusetzen. Die offenen Grenzen machen die Kontrolle im Dorf nicht einfacher, aber ich lasse mich gerne überraschen.“