Mönchhof: Ruf nach Umfahrung wird laut. Anrainer initiiert Unterschriftenaktion. Die SPÖ zählte am Montag 16.468 Fahrzeuge.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 19. Juni 2019 (06:23)
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Verkehrszählung. Andreas Jahn, Martin Palensky, Markus Karner, Michael Karner, Josef Kettner und Herbert Karner.

Die SPÖ Mönchhof setzte am Montag ein Zeichen: Die Partei habe das Ziel, die Gemeinde von der täglichen Verkehrslawine zu befreien, heißt es von der Ortsgruppe. Der erste Schritt in diese Richtung sei eine Verkehrszählung, um über die tatsächliche Anzahl der passierenden Fahrzeuge Bescheid zu wissen. Von 4 Uhr bis 20 Uhr zählten die sechs SPÖ-Gemeinderäte 16.468 Fahrzeuge, die den Kreisverkehr bei der Ortseinfahrt passierten.

„Ich habe das Gefühl, der Verkehr reißt nie ab“

Die starke Verkehrsbelastung ist in der Ortschaft immer wieder ein Thema: Sämtliche Autofahrer und Lkw-Transporte aus den Seewinkel- und Hanság-Gemeinden nehmen die Strecke durch Mönchhof, um dort auf die Autobahn A4 Richtung Wien aufzufahren.

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Der Kreisverkehr in Mönchhof ist das „Nadelöhr“, das zur Autobahn A4 führt. Innerhalb von 16 Stunden wurden hier am Montag fast 16.500 Fahrzeuge gezählt. Foto: BVZ

Anrainer wissen, ein Lied über die ständige Verkehrsbelastung zu singen: Johann Sittinger ist einer von ihnen. „Wir in Mönchhof sind der Flaschenhals, alle müssen hier durch. Die Lkw fahren sieben Meter neben meinem Fenster vorbei. Ständig. Ich habe das Gefühl, der Verkehr reißt nie ab“, sagt er. Sein Wunsch wäre eine Umfahrung.

Sein Anliegen hat er auch schon in einem Gespräch bei Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) deponiert. Er werde sich kleinräumigen Umfahrungen nicht verschließen, wenn Gemeinden das möchten, versicherte der Landeschef im Gespräch mit Sittinger. „Eine Umfahrung wäre leicht machbar“, glaubt der leidgeprüfte Anrainer, „vom Kreisverkehr Sandhöhe in Richtung Süden zwischen Mönchhof und Halbturn, komplett auf Mönchhofer Hotter.“ Für sein Anliegen sucht er nun Unterstützer. Seit Montag sammelt er Unterschriften. „Jeder der unterschreiben möchte, kann zu mir kommen.“

„Wir sind der Meinung, es muss etwas passieren“

Schon 2007 war eine Umfahrung aufgrund des regen Verkehrs inmitten der Gemeinde Thema. Zwei Varianten standen damals zur Debatte, die im Wahlkampf zur Gemeinderatswahl heiß diskutiert wurden: Die eine war über Halbturner, die andere über Golser Hotter geplant. Der damalige Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) war ein Befürworter der ersten Lösung und war damals für einen Lokalaugenschein auch vor Ort. Die ÖVP sprach sich für die andere Variante aus, die sich nicht realisieren ließ, da das Gebiet als Natura 2000 geschützt ist. Die Wahlen gewonnen hat die ÖVP mit dem heutigen Bürgermeister Kolby. Das Projekt wurde ad acta gelegt.

Jetzt zwölf Jahre später sei der Verkehr wieder merkbar stärker geworden, ist sich nicht nur Anrainer Sittinger, sondern auch die SPÖ-Fraktion der Gemeinde sicher. „Wir sind der Meinung, es muss etwas passieren, deswegen wollten wir am Montag ein Zeichen setzen und durch eine Verkehrszählung auch herausfinden, wie viele Pkw und Lkw tatsächlich unsere Gemeinde passieren“, betont der SPÖ-Ortsobmann Martin Palensky. Die SPÖ wolle zu allererst die Menschen über den Stand der Dinge informieren, dann den Gemeinderat mit den Daten der Verkehrszählung konfrontieren.

„Unser Ziel ist es, gemeinsam eine Lösung für das Problem zu finden. Grundsätzlich wäre uns jede Variante recht, wir wollen lediglich diese Blockade durchbrechen. Wir laden alle Fraktionen ein, ein gemeinsames Projekt daraus zu machen“, so der SPÖ-Ortsobmann Martin Palensky. Bürgermeister Kolby zeigt sich für Lösungsvorschläge jedenfalls offen. Die Möglichkeit einer Umfahrung komplett auf Gemeindehotter sieht er aber nicht. „Und über den Hotter der Nachbarn kann ich nicht verfügen“, sagt Kolby. „Ich bin aber dankbar, wenn jemand eine Lösung findet, die funktioniert. Ich bin der Erste, der auf den Zug aufspringt.“