SJ ortet Taxi-Abzocke. Jugendliche klagen über hohe Preise. Beschwerden können in der Sparte Verkehr der Wirtschaftkammer deponiert werden.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 16. August 2018 (06:35)
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Florian Spalek
Taxi-Preise. Der Neusiedler Florian Spalek, SJ-Bezirksvorsitzender, sieht Handlungsbedarf.
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Taxi
Taxi-Preise
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„Immer mehr Jugendliche beschweren sich über die derzeitigen Taxi-Preise“, berichtet Florian Spalek, Bezirksvorsitzender der Sozialistischen Jugend. Vor allem in der Nacht seien junge Menschen mit erhöhten Preisen konfrontiert. Für die Heimfahrt von der Disco oder der Bar seien Jugendliche oftmals auf das Taxi angewiesen. „Dies wissen die Taxi-Unternehmen und Taxi-Fahrer schamlos auszunutzen. So kann eine Fahrt von Neusiedl am See nach Gols statt herkömmlichen 20 Euro schon mal 25 bis 30 Euro kosten“, ärgert sich Spalek.

Seiner Meinung nach hätten die Jugendlichen aufgrund des großen Altersunterschiedes kaum die Möglichkeit, sich einer Abzocke entgegenzusetzen. Das sieht Bernhard Dillhof, Geschäftsführer der Sparte Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Burgenland anders: „Jeder Gast, der das Gefühl hat, er hat zuviel bezahlt, kann sich bei uns melden. Wir gehen Beschwerden nach und nehmen mit dem Taxiunternehmen Kontakt auf.“

Offenlegung der Taxipreise nicht erlaubt

An den Fahrgast appelliert er, sich in so einem Fall Kennzeichen und Taxiunternehmen zu notieren und sich die Rechnung aufzuheben. In vielen Fällen ist die Kritik der Taxikunden allerdings ungerechtfertigt. Anfahrtsweg und Autotyp müssten in den Taxipreis einkalkuliert werden. „Das wird oft übersehen“, weiß Dillhof.

Dem Vorschlag Spaleks, eine Internetplattform zu schaffen, wo die Preise der einzelnen Taxiunternehmen im Umkreis transparent dargestellt seien, kann er nichts abgewinnen. Das sei aufgrund einer EU-Richtlinie betreffend Kartellgesetz nicht erlaubt, das komme einer Preisabsprache gleich und behindere den freien Markt. Die Taxiinnung gab bis 2003 Preisempfehlungen ab, welche allerdings aufgrund eines Urteils des Kartellgerichtes eingestellt worden seien.