Hallenbad: Weiter Warten auf Sanierung

Erst wenn ein Gutachten des Bundesverwaltungsgerichts vorliegt, können Ausbaupläne vorangetrieben werden. Unterdessen wird Inventar verkauft.

Erstellt am 04. Juni 2020 | 05:01
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Das im Architekturstil des Brutalismus erbaute Hallenbad gilt laut einem Bescheid des Bundesdenkmalamtes als schützenswürdig. Ein weiteres Gutachten hat das Bundesverwaltungsgericht aufgrund eines Einspruchs der Stadtgemeinde Neusiedl am See in Auftrag gegeben.
Foto: Birgit Böhm-Ritter

Während in vielen österreichischen Gemeinden am Pfingstwochenende die Hallen- und Freibäder nach dem Corona-Lockdown ihre Pforten wieder öffneten, blieb das Hallenbad in Neusiedl am See geschlossen.

Wie berichtet musste das über 40 Jahre alte Bad am 4. März wegen schwerer statischer Mängel geschlossen werden. In welchem Umfang die Sanierung nun erfolgen kann, hängt von einem Gutachten ab, das das Bundesverwaltungsgericht in Auftrag gegeben hat. In diesem Gutachten soll festgestellt werden, ob das Gebäude sanierungsfähig ist und somit – teilweise – unter Denkmalschutz gestellt werden kann.

Vergangenen Freitag machten sich Sportlandesrat Christian Illedits sowie der Präsident des Bundesdenkmalamtes Christoph Bazil bei einem gemeinsamen Lokalaugenschein mit Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, dem beratenden Architekt Anton Mayerhofer und Bildungsdirektor Heinz Zitz ein Bild vom Zustand des Hallenbades. Illedits betonte dabei den hohen Stellenwert des Bades. Es sei eine wesentliche und unverzichtbare Infrastruktureinrichtung für die gesamte Region: „Vom Hallenbad profitieren neben der Bevölkerung auch der Tourismus, Schwimmvereine und tausende Schülerinnen und Schüler aus Neusiedl und aus dem Bezirk. Viele haben hier schwimmen gelernt und schätzen das Bad als wertvolle Freizeiteinrichtung. Der Erhalt dieser Einrichtung auch als Trainingsstätte für unsere Spitzenschwimmerinnen und -schwimmer ist mir deshalb als Sportlandesrat ein ganz wichtiges Anliegen.“

Bis Juli soll dem Bundesverwaltungsgerichtshof nun die Expertise des beauftragten Sachverständigen vorliegen.

Ein positiver Befund des Denkmalamtes und die Klärung der Finanzierung vorausgesetzt, sollte den Ausbauplänen laut Illedits nichts mehr im Wege stehen. „Alle weiteren planerischen Maßnahmen können erst dann gesetzt werden. Auch die Fragen der Finanzierungen und Förderungen durch Bund und Land und mögliche Gemeindebeteiligungen müssen danach auf Gesprächsebene stattfinden. Für Kosten, die die Erhaltung denkmalgeschützter Bereiche betreffen, soll es jedenfalls finanzielle Unterstützung aus Mitteln des Bundesdenkmalamtes geben“, so Illedits.

Hallenbad-Möbel zum Kauf angeboten

Die Frage der Finanzierung war es, die eine weitreichende Sanierung des Bades bis dato verzögert hat. Die Stadtgemeinde Neusiedl am See kann eine Renovierung nicht alleine stemmen. Die Signale, dass es nun eine Unterstützung des Landes geben könnte, werden aber nun deutlicher.

Bildungsdirektor Heinz Zitz, der auch als Beiratsvorsitzender der Eigentümergesellschaft des Hallenbades (FZB) fungiert, betonte zudem, dass eine Förderung einer Sanierung bis zu einer Million Euro vom Bund im Rahmen des Schulentwicklungsplanes bereits beschlossen sei.

Unterdessen beginnt die Freizeitbetriebe GmbH (FZB), das Hallenbad auszuräumen. Mobiles Inventar, wie etwa Liegen, Tische oder auch Spinte, soll verkauft werden. „Wir sind gerade dabei, eine Inventarliste zu erstellen und zu überlegen, wie der Verkauf abgewickelt werden kann“, erklärt FZB-Geschäftsführer Georg Glerton.