Gols: Hohe Zustimmung für jüngsten Ortschef im Bezirk

Erstellt am 04. Oktober 2022 | 17:40
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Kilian Brandstätter (SPÖ) setzt auf ein „Miteinander“.
Foto: BVZ
Der 31-jährige SPÖ-Kandidat, Kilian Brandstätter, freut sich über Erdrutschsieg.
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Vor einem knappen dreiviertel Jahr hat Kilian Brandstätter (SPÖ) das Bürgermeisteramt nach einer Wahl im Gemeinderat von seinem Vorgänger Hans Schrammel (SPÖ) übernommen. Nun wurde erstmals die Golser Bevölkerung gefragt, was sie von dem jungen Politiker an der Spitze ihrer Gemeinde hält. Viel. Sehr viel sogar, wie das Ergebnis der Bürgermeisterwahl zeigt. Satte 85,17 Prozent der Stimmen gingen an den 31-Jährigen.

Dass der Zuspruch so groß ist, kam für Brandstätter selbst überraschend, aber „es ist eine große Motivation und Bestätigung für die Arbeit der vergangenen Monate“, sagt er. Sein Erfolgsrezept begründet sich in einer intensiveren Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen, die seinesgleichen sucht.

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Christian Temer ist mit der ÖVP abgestürzt.
Foto: BVZ

„Es ist ganz wichtig, mit allen zusammenzuarbeiten. Nur wenn man miteinander spricht, bekommt man die besten Projekte“, ist Brandstätter überzeugt. Treffen, in denen er die Parteivorsitzenden abseits vom Gemeindevorstand (in dem nicht alle Fraktionen vertreten sind) mit Informationen versorgt, möchte er beibehalten. Neue Gesichter wird es unter den SPÖ-Mandataren jedenfalls auch geben - denn die Sozialdemokraten konnten ihre Mandate von 13 auf 17 erhöhen.

Die Golser ÖVP muss hingegen ihr schlechtes Ergebnis erst einmal sacken lassen. Nächste Woche will man sich zu einer ersten Analyse zusammensetzen. Bürgermeisterkandidat Christian Temer liegt es im BVZ-Interview aber fern, etwas zu beschönigen: „Es ist ein Desaster, eine mittlere Katastrophe“, sagt er über das Minus von 13,5 Prozentpunkten bei der Gemeinderatswahl. Sein Ergebnis bei der Wahl um den Bürgermeister lag noch um einige Prozentpunkte darunter. Es schmerzt aber vor allem der Verlust von drei Mandaten im Gemeinderat – von acht auf fünf. Woran es gehapert haben könnte, weiß Temer nicht.

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Die FPÖ mit Spitzenkandidatin Karin Stampfel muss den Verlust eines Mandates verkraften.
Foto: Foto FPÖ

Es gelte nun eine Fehleranalyse in den eigenen Reihen zu machen auch, wenn die allgemeine Stimmung in der Bundespolitik nicht förderlich für die ÖVP gewesen sei. „Klar ist, dass uns der Zugang zu den Jungen fehlt, darauf muss jetzt der Fokus liegen“, erklärt Temer.

Bis zur nächsten Wahl 2027 will man eine starke Opposition sein und „schauen, dass Junge ins Boot geholt werden können. Dass das nicht einfach wird, weiß der ÖVP-Politiker.

Es sei generell immer schwieriger, Leute zu finden, die sich politisch engagieren wollen. Neue ÖVP-Gemeinderäte wird es mit Christine Riepl und Florian Kast aber schon jetzt geben.

Die FPÖ mit Urgestein Karin Stampfel als Spitzenkandidatin konnte bei rund 3,5 Prozent Stimmenverlust ihre beiden Mandate halten.

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Die Grünen mit Spitzenkandidat Alexander Hubmann-Haidvogel verlieren ein Mandat.
Foto: BVZ

Die Grünen mit Alexander Hubmann-Haidvogel an der Spitze müssen dagegen eines ihrer beiden Mandate abgeben. Auffallend ist, dass diejenigen Parteien, die sich gegen den geplanten Standort des neuen Krankenhauses auf den Golser Wiesäckern ausgesprochen haben, Mandatsverluste einstecken mussten.

"Unser Ziel als GRÜNE in Gols weiterhin im Gemeinderat vertreten zu sein haben wir erreicht und danken allen, die uns gewählt haben.

Ob die 36 verlorenen Stimmen - im Vergleich zur letzten Wahl 2017 - auf die Diskussion um den Krankenhaus-Standort, die gesunkene Wahlbeteiligung oder andere Gründe zurückzuführen sind, ist schwer zu sagen. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr, dass Georg Tischler durch ein Vorzugsstimmen-Mandat für uns in den Gemeinderat einziehen wird", sagt Hubmann-Haidvogel.

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