Bruckneudorf: Archäologen graben neben der Autobahn. Auf der Trasse, wo die A4 erweitert werden soll, wird derzeit nach Relikten aus der Römerzeit gesucht.

Von Otto Havelka. Erstellt am 16. Mai 2020 (05:13)
Grabungsleiter Maciej Karwowski (re.) sucht mit seinem Team nach historischen Funden neben der Autobahn.
Schmitzhofer

Bevor die Baumaschinen anrollen, um die A4 zu einer dreispurigen Autobahn auszubauen, buddeln derzeit die Archäologen in der Erde der Erweiterungstrasse. Sie suchen nach Überresten aus der römischen Kaiserzeit. Denn die Ostautobahn verläuft im Bereich von Bruckneudorf über ein ausgedehntes Fund-Hoffnungsgebiet.

Bereits vor der Errichtung der A4 sowie der A6 erbrachten umfassende Grabungen zahlreiche Beweise einer Jahrtausende alten Besiedelung. So wurde etwa ein awarisches Gräberfeld entdeckt. Nun werden auf der künftigen Erweiterungstrasse der A4 in Abstimmung mit der Asfinag wieder archäologische Grabungen durchgeführt.

Wie Landesarchäologe Franz Sauer gegenüber der NÖN bestätigte, sind gleich zu Beginn der Grabungen Reste einer römischen Siedlung entdeckt worden.

Fundstellen werden wieder zugeschüttet

Nun werden die Fundstellen für eine Dokumentation vermessen und fotografiert. Historische Fundstücke werden gereinigt und vorerst „in ein Depot in Bruckneudorf gebracht, wo sie wissenschaftlich bearbeitet werden“, erklärt Sauer.

Haben die Archäologen das Gelände durchkämmt und dokumentiert, wird es wieder zugeschüttet und verschwindet unter der dann verbreiterten Ostautobahn.

Über die Funde wird es laut Sauer jedenfalls eine Broschüre geben. Für ihn wäre auch denkbar, in Bruckneudorf ein Museum einzurichten. „Das Denkmalamt wäre dabei sicher behilflich“, verspricht Sauer.

„Schatzsuchern“ sei jedenfalls abgeraten, nun an den Grabungsstellen nach (vermeintlich) wertvollen Münzen und sonstigen Gegenständen zu suchen. „Die Grabungen stehen unter Denkmalschutz“, erklärt Sauer. Privates Buddeln oder gar Mitnehmen von Fundstücken ist strafbar.