Fische verendet: Wassertiefstand im Zicksee akut. Fische verendet: Fischereischutzorgan schlägt Alarm und informiert Behörden, Bürgermeister für zusätzliche Wassereinleitung.

Von Pia Reiter. Erstellt am 14. Dezember 2017 (05:00)
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Dramatisch. Die Behörden wurden über die aktuelle Situation informiert. Revierschutzorgan Christoph Pölzer sieht die Einleitung von Frischwasser als einzige Überlebenschance für die Fische im Zicksee.
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Die derzeitige Lage ist dramatisch: Aufgrund des trockenen kalten Winters, der geringen Niederschlagsmenge im laufenden Kalenderjahr und des niedrigen Grundwasserspiegels, erreicht der Zicksee derzeit einen bedrohenden Niedrigwasserstand.

Großteils geht Fischereischutzorgan Christoph Pölzer von einer Wassertiefe von 30 bis maximal 50 Zentimeter aus. Nun schlägt er Alarm: „Bereits nach erster kurzer Frostperiode verendete eine massive Anzahl an kapitalen Fischen unter und in der Eisdecke.“

„Frisches Wasser bringt Sauerstoff"

Aus seiner Sicht kann momentan nur mit einer Frischwasserzufuhr das Ökosystem gerettet werden. „Frisches Wasser bringt Sauerstoff, bewirkt Zirkulation und hält den See somit länger von der Eisdecke offen. Somit könnte man ein Durchfrieren womöglich verhindern und offene Stellen herbeiführen“, meint Pölzer.

Er hat die zuständigen Behörden von der kritischen Lage in Kenntnis gesetzt und um Verfügung von sofortigen Maßnahmen zur Rettung des Zicksees gebeten.

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Zugefroren. Wegen dem niedrigen Wasserstand verendeten bereits zahlreiche Fische im Zicksee.
BVZ

Auch Bürgermeister Andreas Sattler sieht den Fischbestand im Zicksee bedroht: „Bereits beim ersten Zufrieren hatten wir Ausfälle, weil Fische wegen dem niedrigen Wasserstand mit ihrer Rückenflosse im Eis steckengeblieben sind. Es besteht dringen Bedarf an Frischwasser, damit die Fische eine Chance über den Winter haben. Die Natur spielt im Moment nicht mit und uns sind die Hände gebunden.“

Laut dem Ortschef könnte die Einleitung von Grundwasser die Situation entschärfen: „Gängige Praxis ist, dass wir pro Jahr derzeit 300.000 Kubikmeter Grundwasser in den Zicksee leiten dürfen, benötigen würden wir aber zwei Millionen Liter. Die letzten Mengen wurden im September reingepumpt.“ Nun soll geklärt werden, ob die zuständigen Behörden dem Zicksee diesmal einen Sonderstatus einräumen.

Weil die noch lebenden Fische wegen des niedrigen Wasserstandes fast keine Rückzugsmöglichkeit mehr haben, wird nun auch über ein Eislaufverbot am Zicksee nachgedacht.